Die Transfersperre ist aufgehoben und so sind die Entscheidungsträger von Real Madrid eifrig damit beschäftigt, den Markt nach Verstärkungen abzugrasen. Weit oben auf der Prioritätenliste steht die Suche nach einer neuen Nummer eins. Denn Keylor Navas hat längst das Vertrauen verloren. Die jüngste Formkrise verschärft nur noch die ohnehin fortwährende Kritik am 30-Jährigen.

Könnten die Madrilenen frei wählen, würden sie sich wohl für David de Gea entscheiden. Der Schlussmann von Manchester United sollte schon vor zwei Jahren kommen, allerdings gingen die notwendigen Unterlagen zu spät ein. Das Interesse ist seitdem nicht abgeklungen. Kein Wunder auch, denn der 26-Jährige ist nicht nur Spaniens Nummer eins, er bringt auch die perfekte Mischung aus Erfahrung und Entwicklungspotenzial mit. Einziger Haken: José Mourinho hat nicht vor, seinen Stammtorhüter ziehen zu lassen.

Gerne im Bernabéu sehen würden Zinédine Zidane und Co. auch den Belgier Thibaut Courtois. Der 24-Jährige bringt ein ähnliches Profil mit wie de Gea und kennt sich seit seiner Zeit bei Atlético Madrid bestens in der Primera División aus. Allerdings stellte Courtois zuletzt unmissverständlich klar, dass er seine Zukunft beim FC Chelsea sieht. Ein Wechsel im Sommer komme für ihn nicht infrage.

Leno nur Außenseiter

Anders aussehen könnte dies bei Gianluigi Donnarumma. Italiens Torwartjuwel besitzt beim AC Mailand nur noch einen Vertrag bis 2018. Verlängert er diesen bis zum Sommer nicht, wäre der Weg für einen Wechsel frei. Hoffnung macht den Rossoneri die jüngste Aussage des Youngsters: „Ich hoffe zu bleiben, weil es der AC Mailand ist.“ Das Potenzial, bei Real Madrid eine Ära zu prägen wie einst Iker Casillas, besitzt Donnarumma zweifellos. Ob er allerdings im Alter von 18 Jahren schon reif genug ist für das unvergleichliche Medienspektakel bei den Königlichen, bleibt fraglich.

Zwei weiteren Torhütern werden Außenseiterchancen eingeräumt. So fallen bei den Diskussionen in der T-Frage auch immer wieder die Namen Bernd Leno (Bayer Leverkusen) und Hugo Lloris (Tottenham Hotspur). Der Franzose ist jedoch bis 2022 gebunden und passt mit 30 Jahren nicht wirklich ins Anforderungsprofil. Leno auf der anderen Seite steht in Deutschland im Schatten von Manuel Neuer und trägt daher nicht den schillernden Namen, den Real eigentlich sucht. Ihm würde das gleiche Schicksal drohen wie es derzeit Navas erlebt. Denn selbst nach einem guten Spiel wird der Costa-Ricaner kritisch gesehen. Die Suche nach einem Nachfolger läuft entsprechend nicht erst seit gestern.