Diego (1,5 Millionen/Atlético Madrid): Aus dem traditionellen Zweikampf in der spanischen Primera División ist längst ein Dreikampf geworden. Atlético steht drei Punkte vor Real Madrid und dem FC Barcelona an der Spitze. Mit dem Wolfsburger Diego hat sich das Team von Diego Simeone weiter verstärkt. Künftig soll der Brasilianer Spielmacher Koke unterstützen. Bei seinem ersten Einsatz am gestrigen Sonntag gegen Real Sociedad (4:0) wurde Diego nach 58 Minuten eingewechselt. Das Resultat mit einer wunderschönen Torvorlage und einem eigenen Treffer kann sich mehr als sehen lassen. Bei Diegos erstem Engagement gelang Atlético der Europa League-Triumph. Gut eineinhalb Jahre später könnte es noch ein bisschen mehr werden.

Sergio Canales (3,5 Millionen/Real Sociedad San Sebastián): Einst als Konkurrent für Mesut Özil zu Real Madrid geholt, wartet Canales viereinhalb Jahre später immer noch auf seinen finalen Durchbruch. Dass er über großes Talent verfügt, belegen die Ablösesummen, die verschiedene spanische Klubs trotz Finanznot weiterhin für den Linksfuß auf den Tisch legen. Bei den Basken von San Sebastián soll Canales nun dafür sorgen, dass erneut die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb gelingt. In der ersten Partie (0:4 bei Atlético) saß der 22-Jährige noch auf der Tribüne. Künftig soll er gemeinsam mit Antoine Griezmann und Carlos Vela wirbeln.

Seydou Keita (ablösefrei/FC Valencia): Ursprünglich wollte der Malier seine Karriere beim chinesischen Klub Dalian Aerbin ausklingen lassen. Dass er nun doch noch einmal in seine Wahlheimat nach Spanien zurückkehrt, ist der miserablen Hinrunde der Valencianos zuzuschreiben. Und alleine die Aura des 34-Jährigen hat offenbar ihren Teil zur Leistungssteigerung beigetragen. Denn dank einer äußerst disziplinierten Darbietung in der Defensive schlug Valencia Keitas Ex-Klub FC Barcelona am Samstag mit 3:2. Herausspringen soll am Ende die Teilnahme an der Europa League. Platz acht ist keine schlechte Ausgangsposition, aber acht Punkte Rückstand auf San Sebastián sind eine Menge Holz. Keita muss seine ganze Erfahrung in die Waagschale werfen.

Leo Baptistão (1,6 Millionen Leihgebühr/Betis Sevilla): Wenn die chronisch finanzgeplagten Andalusier soviel Geld für eine Leihe bezahlen, ist entweder die Verzweiflung groß oder man erwartet vom Neuzugang wahre Wunder. Beides ist hier der Fall. Auf Tabellenplatz 20 hat Betis bereits acht Punkte Rückstand zum rettenden Ufer. Immerhin holte das Team von Trainer Gabriel Calderon am gestrigen Sonntag gegen Espanyol den dritten Saisonsieg (2:0). Maßgeblich beteiligt: Leo Baptistão, der nach seiner Einwechslung nach rund einer Stunde für mächtig Wirbel sorgte. Bis zum Saisonende ist der 21-Jährige noch von Atlético ausgeliehen. Steigt Betis ab, geht es zurück in Hauptstadt. Ansonsten könnte der Brasilianer mit italienischem Pass noch länger bleiben.

Óliver Torres (keine Leihgebühr/FC Villarreal): Bei Atlético Madrid schweben derzeit fast alle auf Wolke sieben. Im Zuge der Erfolgsserie auf der Strecke geblieben ist ausgerechnet eines der größten Talente des spanischen Fußballs. Zu gerade einmal sieben Einsätzen reichte es für den 19-jährigen Filgrantechniker Torres in der Hinrunde. Um nach der Diego-Verpflichtung nicht komplett den Anschluss zu verlieren, ging es Ende Januar zu Villarreal. Dort erhofft sich Torres wesentlich mehr Spielanteile. Und die Chancen stehen nicht schlecht, denn das Submarino amarillo (Gelbes U-Boot) steht zwar auf Platz fünf, profitierte in der Hinrunde aber in erster Linie von der soliden Defensive. Torres soll nun das Kreativspiel weiter bereichern.