Man hat es ihm nicht immer leicht gemacht in Spanien. Mal war Mesut Özil in seiner Zeit bei Real Madrid das fußballerische Genie, allzu oft musste er aber auch als Sündenbock herhalten. Dennoch hat der Weltmeister vornehmlich gute Erinnerungen an seine drei Jahre im Trikot der Königlichen. „Ich habe noch immer Freunde dort. Die Real-Fans sind sehr loyal und liebevoll mir gegenüber. Viele schicken mir Nachrichten und bitten darum, dass ich zurückkehre“, berichtet Özil im Gespräch mit der ‚Marca‘.

Auch in sportlicher Hinsicht fiebert der Ballstreichler mit dem feinen linken Fuß immer noch mit seinen Ex-Kollegen mit: „Wenn ich die Spiele von Real Madrid sehe, will ich, dass sie gewinnen – vor allem in der Champions League. Und wenn sie verlieren, bin ich auch etwas traurig.“ Regelrecht ins Schwärmen gerät Özil, wenn er von Reals Trainer Zinédine Zidane spricht: „Er war immer mein Vorbild. Seit ich klein war, habe ich seine Spiele angeschaut und wollte sein wie er. Ich spiele auf der gleichen Position und er ist für mich eine echte Instanz. Als ich ihn das erste Mal in Madrid traf, war ich sehr nervös. Später war ich etwas ruhiger, er hat mir gut zugeredet und wir hatten eine tolle Beziehung.“

Klingt alles sehr danach, als würde sich Özil freuen, wenn sein Ex-Klub nochmal anklopfen würde. Ausschließen will der gebürtige Gelsenkirchener eine Rückkehr ins Estadio Bernabéu zumindest nicht: „Ich vermisse das Wetter dort. Immer scheint die Sonne. Ich habe tolle Erinnerungen an den Verein, die Stadt und die Menschen. Im Moment bin ich glücklich bei Arsenal, aber man weiß nie, was in der Zukunft passieren wird. Wir werden sehen.“

FT-Meinung: Inwieweit Kalkül hinter den Aussagen steckt, ist schwierig zu beurteilen. Fakt ist, dass Özil in seiner Zeit bei Real noch nicht die Konstanz hatte, wie er sie aktuell bei Arsenal zeigt. Mit Sicherheit würde ein Angebot der Königlichen den Nationalspieler zum Nachdenken bringen. Ob ein solches realistisch ist, steht aber auf einem anderen Blatt. Denn Özils Paraderolle im zentral-offensiven Mittelfeld gibt es im 4-3-3 von Real eigentlich gar nicht. Isco und James Rodríguez können davon ein Liedchen singen. Trotz Özils Flirt mit dem Ex-Klub spricht also nach wie vor alles dafür, dass er zeitnah einen neuen Vertrag bei Arsenal unterzeichnet.