Zinédine Zidane bewegt sich auf dünnem Eis. In der Meisterschaft liegt Real Madrid nur auf dem vierten Platz und muss um das Minimalziel Champions League fürchten. Im Pokal schonte der Franzose seine Topspieler und schied prompt gegen CD Leganés aus. Einzig in der Champions League besteht noch Hoffnung auf einen Titel. Mit Paris St. Germain wartet aber ein denkbar schwerer Brocken.

Ebenso überraschend wie ungewöhnlich ist es, dass die anhaltende Talfahrt die Position von Zidane bislang kaum geschwächt hat. Vereinsführung wie Mannschaft wollen weiter mit dem Heilsbringer der Vorjahre zusammenarbeiten. Bei Cristiano Ronaldo scheint man sich dagegen nicht mehr ganz so sicher zu sein, ob es passt.

Laut ‚Okdiario‘ sind die Mitspieler des Portugiesen zunehmend genervt von der selbstdarstellerischen Art. Als Ronaldo am Wochenende beim 2:2 gegen UD Levante ausgewechselt wurde, würdigte er seinen Coach beispielsweise keines Blickes. Immer wieder fällt CR7 durch egoistisches Verhalten auf und neben dem Platz auf. Toni Kroos war sein Unverständnis beispielsweise deutlich anzusehen, als Ronaldo ihm eine gute Torchance raubte, um selbst mit dem schwachen Fuß abzuschließen. Der Ball landete in den Wolken.

Ronaldo will mehr Geld

Starallüren, die man dem Weltfußballer in erfolgreichen Phasen gerne zugesteht. Stimmen die Ergebnisse und auch Ronaldos persönliche Statistiken nicht, kommen aber schnell Unmut und Neid auf. Mit acht Saisontoren konnte der 33-Jährige seinen Sonderstatus im Team in dieser Spielzeit nicht wirklich rechtfertigen.

Und ausgrechnet jetzt fordert Ronaldo – mal wieder – eine Gehaltserhöhung. Schließlich hat sein ärgster Widersacher Lionel Messi beim FC Barcelona erst kürzlich einen neuen Rekordvertrag unterschrieben. Dass Ronaldo bei Real schon der absolute Topverdiener ist, interessiert den Europameister nicht. Seinen Teamkollegen geht es da offenbar anders.

FT-Meinung: Ronaldo ist immer noch zu Topleistungen fähig. Wie lange er den Status als uneingeschränkter König bei Real Madrid noch durch sportliche Höchstleistungen rechtfertigen kann, ist aber ungewiss. Angeblich bemüht sich Florentino Pérez schon um Neymar, um die Zukunft des weißen Balletts einzuläuten. Man darf gespannt sein, ob Ronaldo eines Tages einen weiteren Topstar neben sich duldet. Ansonsten ist eine Trennung unvermeidlich.