Zehn Spiele hat die ‚Seleção‘ seit der WM im eigenen Land bestritten, alle hat das Team um Superstar Neymar gewonnen. Doch bei aller Euphorie über die wiedergewonnene Stärke geistert den Brasilianern das Trauma vom 1:7-Halbfinaldebakel gegen den späteren Weltmeister Deutschland immer noch durch den Kopf. Ein ganzes Land trug damals Trauer – entsetzt und völlig ungläubig ertrug die so begeisterungsfähige Fußballnation die letzten Minuten dieser Schmach, die aus der stolzen Historie des fünffachen Titelträgers nicht mehr zu tilgen sein wird.

Torschütze zum zwischenzeitlichen 2:0 war Miroslav Klose, der sich damit zeitgleich den ewigen WM-Rekord von Volksheld Ronaldo schnappte. Man hätte also durchaus denken können, dass die Brasilianer nicht besonders gut auf den Torjäger von Lazio Rom zu sprechen sind. Doch die bescheidene Art und Weise, in der sich das DFB-Team nach dem Triumph über den Gastgeber präsentierte, brachte den Männern von Joachim Löw große Anerkennung ein.

Klose an den Zuckerhut?

Brasilianische Medien berichten nun übereinstimmend, dass der Traditionsklub FC São Paulo den 36-jährigen Klose am liebsten zur kommenden Saison verpflichten würde. Treffen würde der Deutsche dort unter anderem auf Luis Fabiano, Alexandre Pato, Michel Bastos und Breno, seinen ehemaligen Mitspieler beim FC Bayern.

Es kann auch sein, dass ich im Sommer aufhöre oder eben noch ein Jahr in Rom oder anderswo spiele. Für mich ist es wichtig diese Runde noch gesund zu Ende spielen zu können“, erklärte Klose vor einigen Wochen. Bei Lazio hat sich der Angreifer nach 20 Einsätzen die Option erarbeitet, eine weitere Saison zu bleiben. Ob er diese nutzen wird, steht noch in den Sternen. Klar ist nur, dass er seine Karriere nicht beim 1. FC Kaiserslautern beenden will.

Eine Möglichkeit wäre sicherlich der Wechsel nach Brasilien. Doch auch Klubs aus der Major League Soccer haben die Fühler ausgestreckt. An 21 Treffern war Klose in 32 Pflichtspielen der laufenden Saison beteiligt. Wer auch immer den Zuschlag am Ende bekommt, darf sich auf einen immer noch pfeilschnellen und nimmermüden Torjäger freuen.