Dienstag, 21:12 Uhr: Krzysztof Piatek bekommt aus eigentlich aussichtsloser Position einen überragenden Ball von Lucas Paquetá in den Lauf gespielt. Der Pole nimmt das Leder an, schlägt einen Haken und zirkelt den Ball ins rechte Eck. 2:0 für den AC Mailand im Pokalspiel gegen SSC Neapel. Nach nur 27 Minuten hat es der Neuzugang geschafft, sich mit einem Doppelpack in die Herzen der Tifosi zu spielen.

Nach zuletzt mauen Jahren, Besitzerwechseln und mäßig erfolgreichen Transferoffensiven träumen die Milan-Fans nun wieder von einer erfolgreicheren Ära. Anlass dazu geben zwei teure, aber auch vielversprechende Winter-Neuzugänge.

Kreativer Kopf & Torjäger

Für 35 Millionen Euro holte der Traditionsklub Lucas Paquetá von Flamengo Rio de Janeiro. Der erst 21-jährige Offensivkünstler hat in seinen bisherigen Einsätzen schon angedeutet, welch riesiges Potenzial in ihm steckt. Paquetá weist zwar noch leichte Anpassungsprobleme auf und wirkt teilweise etwas verspielt. Doch langfristig darf man sich in Mailand auf einen exzellenten neuen Spielmacher freuen.

Mit Krzysztof Piatek sicherte Milan sich zum selben Preis die Dienste eines hauptberuflichen Torjägers. Der 23-jährige Pole empfahl sich mit einer starken Hinrunde für den FC Genua für die Lombarden. Und trotz seiner bemerkensweren Torquote (13 Treffer), wusste man im Umfeld der Rossoneri nicht so recht, ob der Stürmer in Mailand direkt Fuß fassen wird. Doch spätestens nach dem Pokalspiel gegen Neapel (2:0) sollten die größten Zweifel beseitigt sein. Genau so einen Spielertyp hat man in Mailand lange vermisst. Mit Piatek will man wieder oben angreifen.

Gradmesser Rom

Nach dem Spiel gegen die AS Rom am morgigen Sonntag (20:30 Uhr) wird man sehen, ob die positive Formkurve der Mailänder weiter anhält. Es steht ein hartes Auswärtsspiel bei den Giallorossi an, die nach dem Pokal-Debakel beim AC Florenz (1:7) auf Wiedergutmachung aus sind. Mit einem Sieg würde Milan Platz vier festigen und somit die Ambitionen auf die Champions League unterstreichen. Das erklärte Saisonziel. Anschließend darf es gerne noch höher hinaus gehen.