Nicht nur die Zahlen waren ernüchternd. In 24 Bundesliga-Einsätzen gelangen Ciro Immobile mickrige drei Treffer für Borussia Dortmund. Auch im Team der Schwarz-Gelben kam der stolze Italiener nie richtig an. „Wir haben keine Hilfe bekommen, ich nicht und meine Familie auch nicht. Wir haben sehr gelitten“, resümierte Immobile im Anschluss. Die Zeit in Deutschland bezeichnete er als „verlorenes Jahr“, Deutsch als „unmögliche Sprache.“

Beim BVB war man froh, dass der FC Sevilla den glücklosen Torjäger unter Vertrag nahm. Doch auch in der Wärme Andalusiens kam Immobile nicht besser zurecht. „In Spanien lief es richtig negativ für mich. Meine einziges positives Erlebnis war das Tor gegen Real Madrid“, so das ernüchternde Fazit nach einem halben Jahr in der Primera División. Im Januar dieses Jahres ging es für den Nationalspieler dann zurück zum FC Turin. Und die Stimmung hellte sich auf.

Mit fünf Treffern und fünf Assists in 14 Partien empfahl sich Immobile für eine Anstellung bei Lazio Rom, wo er in die Fußstapfen von Miroslav Klose treten sollte. Ausgerechnet den allseits beliebten Stürmer aus Deutschland musste der Neuzugang beerben. Die Schlagzeilen vom „Deutschland-Fluch“ hatten die italienischen Gazetten schon in der Schublade. Doch es kam anders.

Renaissance in Rom

Seit Saisonbeginn präsentiert sich Immobile in bester Verfassung. Die Rückkehr in sein Heimatland hat dem 26-Jährigen sichtlich gut getan. In den ersten sieben Saisonspielen verpasste er nur 14 Minuten und ist damit endlich wieder unersetzlich. Mit vier Toren und zwei Assists trug Immobile seinen Teil dazu bei, dass Lazio auf dem vierten Tabellenplatz rangiert, in Schlagdistanz zu den Champions League-Plätzen.

Höhepunkt der jüngsten Renaissance waren die zwei späten Treffer des ehemaligen Dortmunders im WM-Qualifikationsspiel gegen Mazedonien, die die Squadra Azzurra beim 3:2-Auswärtssieg vor einer Blamage bewahrten. Genau so darf es weitergehen. Dann ist die Leidenszeit in Deutschland auch bald ganz vergessen.