Mit Mikel Merino und Sebastian Rode verstärkt Borussia Dortmund zur kommenden Saison das zentrale Mittelfeld. Beide Spieler sind eher als laufstarke Balleroberer und Staubsauger vor der Abwehr einzuschätzen. Ein Feingeist wie Ilkay Gündogan, der mit messerscharfen Steilpässen ganze Abwehrverbände düpiert, ist weder der deutsche noch der spanische Neuzugang. Die Rolle des künftigen City-Profis könnte Oguzhan Özyakup ausfüllen.

Bereits im vergangenen Winter hatte der deutsche Vizemeister die Fühler nach dem 23-jährigen EM-Fahrer von Besiktas ausgestreckt. Den seit Mitte Januar verweisten Faden nahmen türkische Medien pünktlich zum EM-Start der Türkei am vergangenen Sonntag gegen Kroatien (0:1) wieder auf.

Besiktas fordert 15 bis 20 Millionen

Laut der renommierten türkischen Tageszeitung ‚Milliyet‘ wird das BVB-Interesse nun konkret. Der amtierende türkische Meister soll sich bereits wappnen und hat den Preis für den Kreativspieler, der noch bis 2018 unter Vertrag steht, auf 15 bis 20 Millionen Euro festgelegt. Neben dem BVB soll der 21-fache Nationalspieler auch bei den beiden Römer Klubs Lazio und AS auf dem Zettel stehen. Die Entscheidung über seine Zukunft fällt demzufolge nach der EM.

Özyakup ist zumindest vom Geburtsort her der einzige Niederländer, der an der Europameisterschaft teilnimmt. Geboren in Zaandam wurde der zentrale Mittelfeldspieler bei AZ Alkmaar ausgebildet. 2008 ging es in die Jugenakademie des FC Arsenal, ehe er vier Jahre später bei den ‚Karakartallar‘ am Goldenen Horn anheuerte. In der abgelaufenen Saison hatte der Edeltechniker maßgeblichen Anteil am 14 Meistertitel von BJK. In 31 Süper Lig-Einsätzen erzielte er neun Treffer und legte weitere sieben auf.

FT-Meinung: Oguzhan ist durchaus ein Spieler, bei dem sich ein genauer Blick lohnt. Der 21-fache Nationalspieler gehörte in der vergangenen Spielzeit zu den besten zentralen Mittelfeldspielern der Süper Lig und stand auch beim EM-Auftakt gegen Kroatien in der Startaufstellung. Der technisch exzellent ausgebildete Ballverteiler verfügt über ein sicheres und kreatives Passspiel sowie über hervorragende Qualitäten bei Standards. Die Schwächen in der Defensive würden in Dortmund dank Rode, Merino und Co. nicht so sehr ins Gewicht fallen. Überaus fraglich ist aber, ob der BVB die geforderte Summe Ablösezahlung aufbringen möchte.