Loris Karius muss sich heftige Kritik seines Trainers Senol Günes gefallen lassen. Der Coach gab dem Keeper öffentlich die Schuld an den Gegentoren beim 3:2-Sieg von Besiktas gegen Konyaspor am Wochenende. „Die Tore waren seine Fehler. Karius stagniert, etwas stimmt mit seiner Anspannung, Motivation und seinem Enthusiasmus nicht“, sagte Günes.

Der 66-Jährige weiter: „Das ist schon seit Anfang an so. Er fühlt sich nicht wie ein Teil des Teams. Das ist zum Teil natürlich auch meine Schuld. Etwas läuft falsch. Er war auch schon unglücklich. Er macht aus seinem Talent zu wenig und somit haben wir ein Problem.“ Karius war im Sommer per Leihe vom FC Liverpool nach Istanbul gewechselt. Seitdem kam er zu 26 Einsätzen.

„Ich würde Tolga spielen lassen“

Sein Konkurrent Tolga Zengin, einst Kapitän des Teams, manövrierte sich durch einen Streit mit Günes selbst ins Abseits. Der Trainer nimmt trotzdem kein Blatt vor den Mund: „Lasst es mich so sagen: Wenn ich Tolga noch zur Verfügung hätte, würde ich ihn spielen lassen.“ Für Karius, der im Mai Liverpool den Champions League-Sieg kostete, brechen erneut düstere Zeiten an.

Beim 3:2 gegen Konyaspor wollte sich der 25-Jährige laut türkischen Medien sogar schon zur Halbzeit auswechseln lassen, da ihn das Publikum nach seinem Fehler beim 1:1 mit Hohn und Spott bedachte. Dass Karius nach der vernichtenden Kritik seines Trainer auch noch in der kommenden Spielzeit im Besiktas-Tor wiederfindet, scheint derzeit sehr unwahrscheinlich.