Diese drei Gründe sprechen für die USA

1.) Die Nationalmannschaft der USA verfügt über eine herausragende Physis – womöglich über die beste aller WM-Teams. Trainer Jürgen Klinsmann ist ausgewiesener Disziplin-Fanatiker und sorgte dafür, dass seine US-Boys auf den Punkt topfit anreisten. Gerade bei den erschwerten klimatischen Bedingungen in Brasilien ein enormer Vorteil. Schon gegen Ghana erzielte John-Anthony Brooks den Siegtreffer zum 2:1 erst spät.

2.) Ein weiterer Grund der für die Amis ist deren beinahe schon angeborener Zwangs-Optimismus. Die Mentalität der Jungs aus Übersee lässt es schlichtweg nicht zu aufzustecken. Hinzu kommt das errungene Selbstbewusstsein aus den ersten beiden WM-Partien. Klinsmann ist zudem dafür bekannt, sein Team bis in die Haarspitzen motivieren zu können. Gerade gegen einen der Top-Favoriten – gegen den es vermutlich ohnehin keiner großartigen Brandreden mehr bedarf – könnte der US-Schwabe noch einmal das letzte Fünkchen Motivation zusätzlich aus seinen Jungs herauskitzeln.

3.) Jürgen Klinsmann kennt die deutsche Nationalmannschaft mit großer Wahrscheinlichkeit um einiges besser als Bundestrainer Joachim Löw die US-Boys. Er coachte bis 2006 gemeinsam mit seinem Kumpel Löw die DFB-Elf und wird womöglich taktische Überlegungen seines schwäbischen Pendants antizipieren und neutralisieren können.

Diese drei Gründe sprechen für Deutschland

1.) Der deutsche Kader besitzt fraglos deutlich mehr fußballerische Klasse als die kampfstarken US-Amerikaner. Nahezu auf jeder Position ist die Löw-Elf qualitativ besser besetzt als das Team von Klinsmann und jeder DFB-Spieler verfügt über ein hohes Maß an internationaler Erfahrung. Insbesondere der Innenverteidigung der USA sowie Linksverteidiger DaMarcus Beasley geht das internationale Niveau ab. In der Offensive verfügt Deutschland über kreative Extraklasse. Nahezu jeder Akteur kann ein Spiel alleine entscheiden, während bei den Amerikanern einzig Clint Dempsey und Michael Bradley über eine gewisse Portion Spielwitz verfügen. Auch in der Breite ist Deutschland im Gegensatz zu den USA hervorragend besetzt.

2.) Taktisch ist die DFB-Elf deutlich besser geschult und in der Lage, ihr Spielsystem flexibel anzupassen, wenn es die Situation erfordert. Man ist nicht alleine von den Geniestreichen eines oder zweier Akteure abhängig. Fast jeder Spieler kann eine neue taktische und qualitative Note einbringen.

3.) Deutschland kann relativ befreit aufspielen. Ein Unentschieden genügt zum Gruppensieg. Selbst bei einer Niederlage müsste diese schon sehr hoch ausfallen beziehungsweise Portugal oder Ghana im Parallelspiel einen Kantersieg einfahren, damit man ausscheidet. Entsprechend könnten sich insbesondere die Offensiv-Bemühungen im Vergleich zum Ghana-Spiel entkrampfen.

Äußere Bedingungen

Ein Umstand, der zumindest nicht für schöne Kombinationen und Fußball der höchsten Güteklasse sprechen dürfte, ist das Wetter in Recife. Den ganzen Tag regnet es bereits aus Kübeln. Der Niederschlags-Dorn im Auge der Spielkultur dürfte allerdings eher den physisch starken US-Boys in die Karten spielen. Denn das regen-durchzogene Geläuf verhindert wohl einen geregelten Spielaufbau unmöglich machen – Fritz-Walter-Wetter hin oder her. Zumindest die Schande von Recife wird sich wenn überhaupt wohl eher aufs Wetter als auf ein abgesprochenes Unentschieden beziehen.

Letztlich könnten sich diese Vorzüge der beiden Kontrahenten neutralisieren und ein Unentschieden scheint durchaus möglich – allerdings auf rein sportlicher Wettkampfbasis. Von Schiebung und einer tatsächlichen Neuauflage von Gijon wird sicherlich keine Rede sein, auch wenn man es in Portugal und Ghana womöglich anders sehen wird.