Wolfsburgs neuer Weg: Talente statt Stars

Beim VfL Wolfsburg dreht sich längst nicht mehr alles um teure Neuzugänge wie einst Julian Draxler oder André Schürrle: Mit Maxence Lacroix und Ridle Baku haben die Wölfe zwei der spannendsten Senkrechtstarter dieser Saison in ihren Reihen. Laut Sportdirektor Marcel Schäfer ist der eingeschlagene Weg erst der Anfang.

Marcel Schäfer ist seit 2018 Sportdirektor beim VfL
Marcel Schäfer ist seit 2018 Sportdirektor beim VfL ©Maxppp

Jahrelang galt der VfL Wolfsburg als Käufer-Klub, der dank der Unterstützung von Volkswagen fertige Spieler einkaufte. Die künftige Marschroute geht jedoch dahin, entwicklungsfähige Spieler an Land zu ziehen. Die Verpflichtungen von Bartosz Bialek (19), Maxence Lacroix (21) und Ridle Baku (23) im vergangenen Sommer stehen stellvertretend für den neuen Trend beim Bundesligisten.

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Der neue Stellenwert, den der VfL bei entwicklungsfähigen Talenten genießt, macht Sportdirektor Marcel Schäfer stolz. Angesprochen auf Ridle Baku sagt er bei ‚Sport1‘: „Nachdem er jahrelang in Mainz gespielt hat, wollte er den nächsten Schritt machen. Den hat er bei uns gesehen. Ridle hat sich dann für uns entschieden und hat jetzt einen großen Anteil daran, dass wir im Moment in so einer guten Ausgangsposition sind. Deshalb glaube ich, dass er nicht das letzte Talent sein wird, dass zu uns kommt.“

„Es werden hoffentlich mehrere junge Spieler folgen, die wir weiterentwickeln und für einen gewissen Zeitraum in ihrer Karriere begleiten und aufs nächste Level bringen können“, sagt Schäfer weiter. Dem Ex-Profi zufolge spricht viel für Wolfsburg als Entwicklungsklub: „Wolfsburg ist aus meiner Sicht ein absoluter Top-Standort für junge Spieler in einem ruhigen Umfeld. Wir sind ein Verein, der Arbeit und Entwicklung ganz groß schreibt.“

Dies scheinen auch Baku und Lacroix weiterhin so zu sehen: Die ‚Sport Bild‘ berichtete jüngst, dass das Duo wohl auch in der kommenden Saison für die Niedersachsen auflaufen wird. Dazu steht mit dem Sommerneuzugang Aster Vranckx (18) vom KV Mechelen der nächste aussichtsreiche Perspektivspieler in den Startlöchern.

Weghorst als Kehrseite der Medaille?

Was für junge und entwicklungsfähige Spieler gilt, muss für Torjäger Wout Weghorst nicht unbedingt Gewicht haben. Der 28-Jährige befindet sich auf seinem sportlichen Zenit und liebäugelt mit einem Transfer zu einem größeren Klub. „Was dann im Sommer passiert, kann ich im heutigen Fußball-Business nicht voraussagen. Aber klar ist auch, dass es vorkommen kann, dass der eine oder andere Spieler, der sich toll weiterentwickelt hat, den nächsten Schritt machen möchte. Diese Komponente ist ein Teil unserer Philosophie“, so Schäfer über den Stand bei Weghorst.

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