Job gerettet, Job gefährdet

Im gestrigen Bundesliga-Spiel zwischen dem FC Bayern und Bayer Leverkusen (4:0) standen sich die beiden Trainer wie zwei angeschlagene Boxer gegenüber. Zumindest einer darf nun durchatmen.

Julian Nagelsmann klatscht mit Benjamin Pavard ab
Julian Nagelsmann klatscht mit Benjamin Pavard ab ©Maxppp

Julian Nagelsmann erhielt nach vier sieglosen Bundesliga-Spielen in Folge zwar das öffentlich ausgesprochene Vertrauen der Führung des FC Bayern. Doch war die Botschaft auch unmissverständlich: Gegen Bayer Leverkusen musste wieder gewonnen werden.

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Und das taten die Bayern nicht nur souverän, sondern auch mit viel Spielfreude. Die überragenden Leroy Sané (3.) und Jamal Musiala (17.) trafen am Freitagabend zur frühen 2:0-Führung, ehe auch Sorgenkind Sadio Mané (39.) seine Torflaute beendete.

Trainerdiskussion ruht vorerst

Im zweiten Durchgang schalteten die Bayern einen Gang runter, waren aber weiterhin Herr der Lage. Nach einem neuerlichen Patzer von Leverkusens Sorgenkind Lukas Hradecky besorgte Thomas Müller den 4:0-Endstand (84.). Genug, um die Trainerdiskussion in München vorerst ruhen zu lassen.

Nagelsmann, der sich im Vorfeld gegen unsachliche Kritik wehrte, ordnete nach der Partie sportlich ein: „Das frühe Tor hat uns geholfen. Wir waren deutlich effizienter als zuletzt. Es war eine gute Reaktion auf die letzten Ergebnisse.“ Magier Musiala indes warnte: „Wir können jetzt nicht den Kopf runter machen und sagen: 'Wir sind wieder zurück'". Stattdessen gelte es, immer „besser zu werden“.

Seoane stellt „Willensfrage“

Ganz andere Sorgen hat Bayer 04. Der selbsternannte Meisterschaftskandidat steht nur auf Platz 16 der Bundesliga. Der Job von Gerardo Seoane ist akut gefährdet – auch wenn der Trainer nach außen hin aufgeräumt daherkommt und weiterhin messerscharf analysiert.

„Obwohl wir zwar nicht oft in Unterzahl waren, sind wir nicht in die Zweikämpfe gekommen. Und das gleiche mit dem Ball, wenn du die Zweikämpfe nicht annimmst, behältst du ihn nicht“, sagte der Schweizer bei ‚DAZN‘ und stellte zudem die „Willensfrage“: „Bin ich bereit, diesen letzten Meter in höchstem Tempo zu gehen? Habe ich diese letzte Bissigkeit? Die hatten wir heute auf jeden Fall nicht.“

Bekommt Seoane Endspiele?

Nun drängt sich die Frage auf, ob es nicht Aufgabe des Trainers ist, der Mannschaft „diese letzte Bissigkeit“ zu vermitteln. Beantwortet die Leverkusener Führungsetage dies mit „ja“, sieht es immer schlechter für Seoane aus. Die nächsten Aufgaben heißen FC Porto (Dienstag) und Schalke 04 (Samstag). Steht Seoane da noch an der Seitenlinie, sind es definitiv Endspiele für den 43-Jährigen.

Sportdirektor Simon Rolfes wich der Zukunftsfrage indes aus, stellte jedoch klar: „Wir brauchen kurzfristig Erfolge, kurzfristig ein anderes Auftreten. Das ist das Entscheidende, womit wir uns beschäftigen sollten – und nicht mit anderen Dingen. [...] Das ist nicht zu akzeptieren, wie wir gespielt haben.“

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