Der 1. FC Köln hat in der zurückliegenden Transferphase einen Umbruch vollzogen. Die Mehrheit der Neuzugänge ist voll eingeschlagen.
Kristoffer Lund (23) – Note 2,5
Der US-amerikanische Nationalspieler wechselte auf Leihbasis vom FC Palermo in die Domstadt. Er sicherte sich gleich den Stammplatz auf der linken Schienenposition und liefert stets solide Leistungen ab. Macht der Linksfuß so weiter, ist es wahrscheinlich, dass Köln im Sommer die Kaufoption von etwa drei Millionen Euro zieht.
Jakub Kaminski (23) – Note 1,5
Der bislang beste Transfer des Kölner Transfersommers. In der Liga erzielte der flexible Offensivakteur drei Treffer, zudem kam er in jedem Ligaspiel über die volle Distanz zum Einsatz. Kaminski ist vom VfL Wolfsburg ausgeliehen, die Kaufoption liegt bei 5,5 Millionen Euro. Für das Gesamtpaket, das der polnische Nationalspieler mitbringt, ein echtes Schnäppchen.
Ron-Robert Zieler (36) – Note 3
Zwar absolvierte der Weltmeister von 2014 als Ersatzkeeper erst zwei Spiele, stellt aber dennoch eine wichtige Neuverpflichtung dar. „Ron ist für uns ein absoluter Gamechanger gewesen in der Gesamtentwicklung dieser Mannschaft, was Leistung und Erfolgskultur angeht“, schwärmte Trainer Lukas Kwasniok unlängst. Darüber hinaus erfüllt der Routinier seinen Zweck und bildet mit Marvin Schwäbe (30) ein starkes Torwartgespann. Die 200.000 Euro, die als Ablöse an Hannover 96 flossen, hat der Bundesliga-Aufsteiger gut angelegt.
Sebastian Sebulonsen (25) – Note 2,5
Der Norweger ist das perfekte Pendant zu Lund. Sebulonsen kam für 2,5 Millionen Euro aus Bröndby und ist auf dem besten Weg, diese Summe zu rechtfertigen. Für den FC beackert er die rechte Schiene und liefert dort konstant ab. Ein Scorerpunkt gelang dem Rechtsfuß aber noch nicht.
Ragnar Ache (27) – Note 3
Der Stürmer, der für 4,5 Millionen Euro vom 1. FC Kaiserslautern kam, erwischte in Köln einen etwas holprigen Start. Im DFB-Pokal gegen den FC Bayern (1:4) durfte Ache erst das zweite Mal von Beginn an ran. Dabei erzielte er seinen Premierentreffer, in den Partien zuvor hatte er bereits vier Torvorlagen gesammelt. Die Formkurve zeigt insgesamt nach oben.
Cenk Özkacar (25) – Note 3,5
Der vom FC Valencia ausgeliehene Innenverteidiger fällt durch resolute Zweikampfführung sowie seine Physis auf. Für den FC zeigte er bislang solide Leistungen, gehört in der Dreierkette aber nicht zum Stammpersonal. Die Kaufoption für Özkacar liegt bei kolportierten zwei Millionen Euro.
Tom Krauß (24) – Note 3
Für den gebürtigen Leipziger ist es die fünfte Leihe seit 2020. Durchsetzen konnte er sich beim Aufsteiger noch nicht, bislang pendelt er zwischen Startelf und Bank. Wenn er spielt, macht Krauß seine Sache gut. Um die Verantwortlichen zu überzeugen, die Kaufoption von bis zu vier Millionen Euro zu ziehen, muss allerdings mehr kommen.
Marius Bülter (32) – Note 2
Die Verpflichtung des Routiniers entpuppte sich für den FC schnell als Glücksgriff. Bislang sammelte Bülter fünf Scorer in acht Partien. Zuletzt ließ Offensivmann etwas nach, sorgt mit seiner unkonventionellen Spielweise aber immer wieder für Torgefahr. Die Ablöse von einer Million Euro macht ihn zum absoluten Schnäppchen.
Alessio Castro-Montes (28) – ohne Note
Der Außenbahnspieler ist bislang ein kleines Mysterium. „Beim ersten Training von ihm haben wir gedacht, wir hätten eine Mischung aus Neymar und Messi verpflichtet. Das war Wahnsinn“, sagte Kwasniok vor einigen Wochen über den Belgier. Bislang kam Castro-Montes aber überhaupt nicht zum Zug, lediglich im Spiel gegen den VfL Wolfsburg (2:2) vor sechs Wochen durfte er Minuten sammeln. Das Investment von zwei Millionen Euro hat sich bislang also so gar nicht ausgezahlt.
Said El Mala (19) – Note 1,5
Köln verpflichtete den Youngster bereits im vergangenen Jahr, nach einer Leihe zu Viktoria Köln kam El Mala aber in dieser Saison erst zu seinem Debüt für den FC. In der Bundesliga startet der deutsche U21-Nationalspieler so richtig durch. Über zehn Vereine sind schon am gebürtigen Krefelder interessiert, eine Ablöse von bis zu 60 Millionen Euro ist für den kommenden Sommer im Gespräch. Macht das Juwel so weiter, ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich diese sogar noch erhöht.
Ísak Jóhannesson – Note 2
Satte 5,5 Millionen Euro war der Isländer dem Aufsteiger wert. Jóhannesson gehört zum absoluten Stammpersonal und verleiht dem Kölner Spiel Kreativität. Drei Torbeteiligungen – darunter das wichtige 2:1 im DFB-Pokal gegen Jahn Regensburg – können sich als zentraler Mittelfeldspieler sehen lassen.
Rav van den Berg (21) – ohne Note
Für den Niederländer griff der FC ungewöhnlich tief in die Tasche. Satte acht Millionen Euro überwiesen die Domstädter an den FC Middlesbrough. Van den Berg startete sehr vielversprechend, zog sich in seinem zweiten Einsatz dann eine schwere Schulterverletzung zu, die ihn seither zum Zuschauen zwingt. Nach seiner Rückkehr kann er aber zu einer wichtigen Stütze in der Defensive werden.
Umbruch geglückt
Die Verantwortlichen um Sportdirektor Thomas Kessler haben im Sommer starke Arbeit geleistet. Die Neuzugänge tragen maßgeblich zum guten Saisonstart bei und stellen zum Großteil echte Verstärkungen dar. Besonders clever ist die bei einigen Spielern integrierte Kaufoption, die dafür sorgt, dass der FC im Sommer am längeren Hebel sitzt.
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