Innenverteidiger-Karussell in der Serie A

In der Serie A arbeiten die Topklubs an einem Umbau ihrer Abwehrzentralen. Wechselt der erste Spieler, könnten viele weitere Transfers folgen. FT wirft einen Blick auf eine mögliche Innenverteidiger-Rochade in der italienischen Liga.

Milan Skriniar, Chris Smalling und Kalidou Koulibaly (v.l.)
Milan Skriniar, Chris Smalling und Kalidou Koulibaly (v.l.) ©Maxppp

Die sonst für ihren defensiven Spielstil bekannte Serie A hat in der vergangenen Saison eine kleine Renaissance erlebt. Mit 1154 erzielten Toren und einem Trefferschnitt von über drei Toren pro Spiel war die abgelaufene Spielzeit die torreichste seit 1950. Ob dies mit den aktuellen Wechsel-Gerüchten um einige Innenverteidiger-Personalien zusammenhängt, lässt sich nicht zweifelsfrei klären. Wie die ‚Gazzetta dello Sport‘ berichtet, denken jedoch einige italienische Tobklubs über Veränderungen in der Abwehrzentrale nach.

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Umdenken bei Koulibaly?

Die am heißesten gehandelte Personalie auf dem italienischen Transfermarkt ist Kalidou Koulibaly von der SSC Neapel. Der Senegalese wird schon länger mit einigen Topklubs in Verbindung gebracht. Besonders konkret ist das Interesse von Manchester City, das nach Infos unser französischen Partnerredaktion Foot Mercato ein Treffen mit den Verantwortlichen der Italiener in dieser Woche plante. Neapel-Präsident Aurelio De Laurentiis hatte sich bisher bei der geforderten Ablösesumme von 90 Millionen Euro unnachgiebig gezeigt.

Nun könnte jedoch ein Umdenken bei den Neapolitanern stattgefunden haben: Nach durchwachsenen Leistungen des 29-Jährigen im Saison-Endspurt wäre man wohl bereit, Koulibaly für 60 bis 65 Millionen Euro abzugeben. Ein potenzieller Nachfolger ist bereits ausgemacht: Gabriel Magalhães (22) vom OSC Lille steht auf der Liste der Azzurri.

Was machen die Mailänder-Klubs?

Die Mailänder Vereine arbeiten ebenfalls an der Veränderung ihrer Abwehrreihen. Sowohl Inter Mailand als auch der AC Mailand zeigen Interesse an einer Verpflichtung von Nikola Milenkovic (22). Der Innenverteidiger des AC Florenz spielte eine starke Saison und zeigte mit fünf Toren auch in der Offensive seine Qualitäten.

Bei Inter könnte Milan Skriniar gehen und Platz für einen Neuzugang schaffen. Nachdem die Schwarz-Blauen im vergangenen Jahr noch Angebote von über 70 Millionen Euro für den Slowaken ablehnten, hat der 25-Jährige im Saison-Finale seinen Stammplatz unter Antonio Conte verloren.

Ebenfalls bei den Nerazzurri gehandelt wird Chris Smalling (31), der während seiner Leihstation beim Ligarivalen AS Rom überzeugte und bereits Erfahrung aus der Serie A mitbringt. Die von Manchester United ausgerufenen 20 Millionen Euro waren der Roma zu viel – Inter, das von chinesischen Investoren gestützt wird, könnte die geforderte Summe hingegen aufbringen.

Und der Rest der Top-Klubs?

Lazio wiederum beschäftigt sich Marash Kumbulla (20) von Hellas Verona und soll bereits ein Angebot von über 20 Millionen Euro plus Innenverteidiger Djavan Lorenzo (25) abgegeben haben. Verona fordert jedoch 30 Millionen Euro und hat kein Interesse an einem Tauschgeschäft mit Lorenzo.

Einzig bei Juventus Turin scheint man momentan mit der Abwehrzentrale zufrieden zu sein. Für eine Realisierung anderer Transferziele wäre man bereit, Cristian Romero (22), der in der vergangenen Saison auf Leihbasis beim FC Genua spielte, als Tauschobjekt zu nutzen. Hier kommt wieder die SSC Neapel ins Spiel: Während Juve gerne Stürmer Arkadiusz Milik (26) verpflichten würde, hat die Partenopei ebenjenen Romero ins Auge gefasst.

Sollte ein Stein ins Rollen kommen, könnten viele weitere folgen. Dabei sind einige Vereine zunächst auf Abgänge angewiesen, um selbst auf dem Markt tätig werden zu können. Gerade auf der Innenverteidiger-Position kann viel passieren. Man darf gespannt sein, wie sich der Transfersommer in Italien entwickelt.

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