Der Werner-Wechsel aus drei Perspektiven

Timo Werner zieht es übereinstimmenden Medienberichten zufolge zum FC Chelsea. FT durchleuchtet den Wechsel aus drei Perspektiven.

Timo Werner zieht es zum FC Chelsea
Timo Werner zieht es zum FC Chelsea ©Maxppp

Werners Perspektive

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Timo Werner (24) wollte unbedingt eine neue Herausforderung. Chelsea baut ein junges, interessantes Team auf, in dem Werner – anders als in Liverpool – sofort gesetzt sein dürfte. Diese Aufgabe in einer noch stärkeren Liga reizt ihn. Ob die Blues Stand jetzt aber einen wirklichen Schritt nach vorne in Werners Karriere darstellen, ist fraglich.

Zur Erinnerung: Leipzig qualifizierte sich vor der Coronapause für das Champions League-Viertelfinale, Chelsea verlor das Achtelfinalhinspiel gegen die Bayern sehr deutlich mit 0:3. Von Europas Spitze sind die Londoner faktisch aktuell weiter entfernt als Leipzig. Aber: Finanziell verbessert sich Werner, ihm winken mehr als zehn Millionen Euro pro Jahr.

Leipzigs Perspektive

In erster Linie ist Werners Abgang bitter. RB verliert seinen mit Abstand besten Torschützen (31 Treffer, zwölf Vorlagen). Werner ist für das Spiel der Nagelsmann-Truppe elementar wichtig und kaum zu ersetzen. Versuchen wird man es in Leipzig trotzdem, immerhin hat man nun frühzeitig Planungssicherheit. Aufgrund der festgeschriebenen Ablöse musste man mit einem Abgang rechnen.

Mit den 50 Millionen Euro Ablöse ist man auf dem Markt nun handlungsfähig – insbesondere wenn man davon ausgeht, dass die Preise im Zuge der Coronakrise fallen. Mit Milot Rashica (23, Werder Bremen) scheint Werners Nachfolger bereits gefunden. Der Kosovare ist ein ähnlicher Spielertyp, hat aber insbesondere in der Rückrunde bislang kräftig Ladehemmung (seit 14 Spielen torlos).

Chelseas Perspektive

Chelsea ist trotz der Pandemie zu großen Investitionen bereit, schließlich gab man in den vergangenen Jahren wegen einer Transfersperre kaum etwas aus. Mit Werner bekommt man einen Spieler, der dank seiner Geradlinigkeit und seines Tempos gut in die Premier League passen dürfte und sich gut mit der gesetzten Nummer neun Tammy Abraham ergänzen könnte.

Einen solch umworbenen Spieler wie Werner zu ergattern, ist zudem ein starkes Zeichen an die Konkurrenz. Nach Jahren der Dürre und des Umbruchs hat Chelsea wieder große Ziele für die Zukunft. Werner könnte dabei als Zugpferd dienen, um weitere Topspieler von einem Engagement an der Stamford Bridge zu überzeugen.

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