In Spanien kochen die Emotionen hoch. Während in Madrid herzlich gelacht wird, geht es in Bilbao richtig herzerwärmend zu. Die FT-Presseschau am Mittwoch.
Gescheiterter Galáctico
Aus dem mit Spannung erwarteten „vollkommenen Galáctico“, den Präsident Florentino Pérez für den Fall seiner Wiederwahl versprochen hatte, wurde ein „gescheiterter Galáctico“, wie die ‚as‘ nüchtern feststellt. Mindestens 150 Millionen Euro wollte Real Madrid für einen neuen Superstar ausgeben und tagelang wurde gerätselt, um wen es sich dabei handeln könnte. Am gestrigen Dienstag veröffentlichten die Königlichen eine Mitteilung, dass sie Julián Alvarez (26) vom Stadtrivalen Atlético Madrid verpflichten wollten:
„Real Madrid teilt mit, dass man […] ein Angebot in Höhe von 150 Millionen Euro für die Spielerechte von Julián Alvarez unterbreitet hat. Nach Prüfung und Bewertung hat Atlético Madrid das im Rahmen der guten Beziehungen zwischen beiden Vereinen unterbreitete Angebot dankbar zur Kenntnis genommen und es unter Verweis auf die Ausstiegsklausel des Spielers abgelehnt.“
Dies scheint allerdings nicht ganz der Wahrheit zu entsprechen, wie die Rojiblancos in mehreren sarkastischen Social Media-Posts kundtun: „Ihr habt wohl Höflichkeit mit Dankbarkeit verwechselt, aber damit keine Zweifel aufkommen: Wir sind euch für nichts dankbar. Wir prüfen und bewerten kein Angebot für Julián.“ Aber immerhin scheint der Lokalrivale die offensive und öffentliche Offerte Real nicht krumm zu nehmen: „Wie könnten wir uns nicht gut verstehen, wenn ihr uns noch mehr zum Lachen bringt als Barcelona?“ Barça buhlt ebenfalls um Alvarez, was laut ‚Sport‘ „einen heftigen Krieg zwischen den drei großen Teams der La Liga ausgelöst hat“. Offenbar gibt es dabei aber viel Wind um nichts.
Bilbao statt Champions League
Etwas überraschend heuerte der ehemalige BVB-Coach Edin Terzic im Mai bei Athletic Bilbao an und wird ab der kommenden Saison die Geschicke bei den Basken leiten. Wie die ‚Marca‘ berichtet, ist die Verpflichtung des 43-Jährigen, der den langjährigen Coach Ernesto Valverde ablöst, jedoch „das Ergebnis von mehr als einem Jahr Arbeit seitens der Verantwortlichen von Athletic“. Klubpräsident Jon Uriarte drückte sich auf der offiziellen Vorstellung am gestrigen Dienstag etwas blumiger aus: „Bei ihm war es Liebe auf den ersten Blick, er hatte ein beeindruckendes Interesse daran, Athletic zu trainieren, und dass er Angebote von Champions League-Teams abgelehnt hat, beweist das.“
Sportdirektor Mikel González habe Terzic „in der vergangenen Saison auf einem Kongress kennengelernt und die Beziehung hat sich von da an gefestigt“. Bereits seit einiger Zeit plane der gebürtige Mendener seine Amtszeit vor und habe daher „ein umfassendes Verständnis dafür, was ihm zur Verfügung stehen wird“. Der Verein werde „für einen Trainer von allerhöchstem Niveau verstärkt“.
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