Bei Borussia Dortmund bietet das Saisonfinale Raum für Experimente. Die Youngster könnten profitieren – und zur Dauerlösung werden?
Dass Niklas Süle (30) Borussia Dortmund im Sommer verlassen wird, war längst absehbar, die offizielle Verkündung in dieser Woche dürfte die wenigsten Beobachter überrascht haben. Da Emre Can (32) wohl noch bis hinein in die kommende Saison ausfallen wird und die Zukunft von Nico Schlotterbeck (26) weiterhin in den Sternen steht, klafft in der Innenverteidigung ein Loch – oder doch nicht?
Am heutigen Samstag gegen den FC Augsburg (2:0) war von einer möglichen Baustelle in der Abwehrzentrale nichts zu sehen. Niko Kovac konnte es sich sogar leisten, Süle auf der Bank zu lassen. Luca Reggiani kam stattdessen zu seinem dritten Startelfeinsatz bei den Profis. Nicht nur durch seinen ersten Treffer gelang dem Italiener dabei sein bislang bestes Spiel: Er gewann sechs seiner sieben Defensivzweikämpfe und brachte 88 Prozent seiner Pässe an den Mann. 80 Ballkontakte beweisen außerdem, dass der 18-Jährige intensiv ins Spiel der Schwarz-Gelben eingebunden wurde.
Reggiani bringt die Süd hinter sich
Die Zahlen sprechen für den Youngster, immerhin holte der BVB mit Reggiani in vier von fünf Spielen einen Sieg (ein Remis) und hielt dreimal die Null. Hatte der U19-Nationalspieler gegen Atalanta Bergamo (2:0) noch einige Wackler drin, war von Nervosität gegen Augsburg nichts mehr zu sehen. Mit seinem emotionalen Jubel hinein in die Arme von Samuele Inácio (17) brachte er außerdem wohl auch die letzten zweifelnden BVB-Fans auf der Südkurve hinter sich.
Da in Filippo Mané (21) ein zweiter hoffnungsvoller italienischer Innenverteidiger bereit steht, kann Dortmund im Hinblick auf die Defensive optimistisch in die Zukunft blicken. Gleichwohl fahnden Lars Ricken und Sebastian Kehl weiter nach Spezialisten, die womöglich bei einem Schlotterbeck-Abgang kommen könnten. Die Süle-Lücke scheint jedoch intern geschlossen werden zu können. Reggiani ist allerdings nur noch bis 2027 an den BVB gebunden. Hierauf könnte der Fokus liegen, wenn die Schlotterbeck-Zukunft endlich geklärt ist. Ein bis 2030 gültiger Vertrag liegt für Reggiani schon bereit.
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