Endlich dreckige Siege: Die Wandlung des BVB

Dank des 2:1-Erfolges bei Borussia Mönchengladbach ist Borussia Dortmund wieder Bayern-Jäger Nummer eins. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre steht zum ersten Mal seit dem zehnten Spieltag wieder auf Platz zwei – dank einer neuen Herangehensweise.

Dortmunds Abwehrchef Mats Hummels
Dortmunds Abwehrchef Mats Hummels ©Maxppp

Das war ein Fight“, fasste Mats Hummels Borussia Dortmunds siegreiches Spitzenspiel gegen die andere Borussia aus Mönchengladbach bei ‚Sky‘ zusammen, „wir haben ihn angenommen. Wir sind in die Zweikämpfe gegangen und haben uns nichts gefallen lassen. Das hätte vor ein paar Wochen noch anders ausgesehen.

Unter der Anzeige geht's weiter

Der Dortmunder Abwehrchef dürfte richtig liegen. Dass die Truppe von Trainer Lucien Favre gefälligen Fußball zelebrieren kann, ihren Gegnern an guten Tagen gerne auch mal vier oder fünf einschenkt, ist nichts Neues. Aber Gras fressen – das war bislang sich nicht die Kernkompetenz von Schwarz-Gelb. Nach dem bitteren Pokal-Aus bei Werder Bremen (2:3) und dem zu einfach hergeschenkten 3:4 bei Bayer Leverkusen Anfang Februar hat in Dortmund offenbar ein Umdenken stattgefunden.

Am Ende zählt das Ergebnis

Nachdem der BVB vor allem auswärts immer wieder Führungen aus der Hand gegeben hat, scheint das Augenmerk seit ein paar Wochen verstärkt auf der „richtigen Balance“ (Hummels) zwischen Offensive und Defensive zu liegen. Nimmt man das Champions League-Spiel gegen Paris Saint-Germain (2:1) hinzu, hat der BVB in den vergangenen fünf Spielen nur zwei Gegentore kassiert.

Die Mannschaft scheint verstanden zu haben, wie Spiele auch ohne das ganz große Offensivspektakel gewonnen werden können. „Das ist ein Spirit, den wir im Training nach und nach reinbekommen, zu dem Emre (Can, Anm. d. Red.) und Erling (Haaland, Anm. d. Red.) einen großen Teil beigetragen mit ihrer Art, Fußball zu spielen“, benannte Hummels gleich zwei der Hauptverantwortlichen für den Dortmunder Umschwung.

Wegweisende Woche steht an

Pünktlich zur heißen Phase der Saison hat der BVB einen Lauf gestartet, von dem sich zeigen muss, ob er die kommende Woche überstehen kann. Am Mittwoch (21 Uhr) kämpft Dortmund im Rückspiel gegen PSG um den Einzug ins Champions League-Viertelfinale. Am Samstag (15:30 Uhr) geht es in der Bundesliga mit dem Revierderby gegen den FC Schalke 04 weiter.

Nach fünf Siegen in Folge dürfte der Dortmunder Tross mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen nach Paris reisen. Dort muss Lucien Favres Truppe aber endgültig den Beweis erbringen, einen erfolgreichen Reifeprozess durchlaufen zu haben. „In Paris können wir auch gerne 6:7 verlieren“, scherzte Hummels mit Blick auf den Kracher. Bestimmt hätte er aber nichts dagegen, wenn nach dem neuen Dortmunder Selbstverständnis am Ende die Null stünde. Dann wäre die erste Viertelfinal-Teilnahme seit 2017 perfekt.

Weitere Infos

Kommentare