FT-Kurve Premier League

Albtraum für Arbeloa | Uniteds Ungeduld kostet Millionen

Während Álvaro Arbeloa als Nachfolger von Xabi Alonso auf der Trainerbank von Real Madrid ein absolutes Fiasko erlebt, gibt es erneut schlechte finanzielle Nachrichten für Manchester United. Die FT-Presseschau am Donnerstag.

von Martin Schmitz
2 min.
Die FT-Presseschau am 15.01.2026 @Maxppp

Debakel zum Debüt

Auf diesen Tag hatte Álvaro Arbeloa einige Jahre hingefiebert, doch er endete mit einem „völligen Debakel“, wie die ‚Marca‘ titelt. Nach 25 Jahren im Klub – erst als Spieler, dann als Jugend- und Amateurtrainer – hat der 42-Jährige Anfang der Woche die Nachfolge von Xabi Alonso als Chefcoach der Königlichen übernommen. Der Start in den neuen Job sollte angesichts des Duells im spanischen Pokal mit dem Zweitligisten Albacete ein leichter Aufgalopp sein, ging jedoch gehörig schief. Mit 2:3 schied Real am gestrigen Mittwochabend bereits im Achtelfinale aus und kassiert Hohn und Spott von der spanischen Presse. „Es war ein peinliches und beschämendes Spiel von Real. Die Mannschaft der Königlichen, ohne Plan, ohne Seele und ohne Charakter war nie auf der Höhe“, so die ‚Marca‘.

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Die ‚as‘ hat Mitleid mit dem Trainernovizen, nimmt ihn allerdings auch nicht aus der Verantwortung: „Mit einem Gesichtsausdruck, als hätte er Freddy Krueger in einem realen Albtraum gesehen: Álvaro Arbeloa debütierte mit einem Ausrutscher im Belmonte, wodurch er zum dritten Trainer in der Geschichte des Vereins wurde, der sein Debüt mit dem Verlust eines Titels gab. […] Die Verantwortung des neuen Trainers, der, ob er will oder nicht, den Beigeschmack eines Interimstrainers hat, kann auch nicht gleich null sein.“ Arbeloa schonte gleich mehrere Stars. Trotzdem wird sich die Fanwut eher in Richtung der Spieler entladen, wie die ‚Mundo Deportivo‘ prophezeit: „Am Samstag im Heimspiel gegen Levante könnte es hoch hergehen. Das Bernabéu wird sein Urteil fällen. Und alles deutet darauf hin, dass dieses Urteil sehr gegen die Spieler, die stark in der Kritik stehen, und die Ehrentribüne ausfallen wird.“

Kostspieliger Aktionismus bei United

Auf der Suche nach einem adäquaten Nachfolger für Erfolgstrainer Sir Alex Ferguson ist Manchester United nun bereits seit fast 13 Jahren. Seitdem hat kein Trainer den Red Devils mehr zum Premier League-Titel verhelfen können – versuchen durften es einige. Auch das Projekt Rúben Amorim scheiterte kläglich und wurde für United zum Millionengrab. Allein die Abfindung des Portugiesen kostete den englischen Rekordmeister umgerechnet 11,5 Millionen Euro. Geld, das offenbar völlig unnötig ausgegeben wurde, wie die ‚Sun‘ berichtet. „Rúben Amorim war drei Tage vor seiner Entlassung bereit, zurückzutreten“, so die englische Boulevardzeitung.

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Noch am Freitag vor seinem letzten Spiel in Verantwortung hatte es zwischen dem 40-Jährigen und United-Sportdirektor Jason Wilcox dermaßen gekracht, dass Amorim „Freunden erzählte, er würde zurücktreten“. Geändert habe er seine Meinung nach einem Gespräch mit seinem Agenten Raul Costa, der ihm zur Geduld riet. „Costa war der Meinung, dass das Ende einer traumatischen Amtszeit in Sicht war, und wenn es die Entscheidung des Vereins war, dann sollte dieser den Rest des Vertrags des ehemaligen Trainers von Sporting Lissabon auszahlen.“ Bereits am darauffolgenden Montag wurde Amorim auf Tabellenplatz sechs entlassen – und United musste ihn ausbezahlen. Seit der Ferguson-Ära zahlte der Klub insgesamt 115,5 Millionen Euro an Trainerabfindungen.

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