Seit Jahren möchte der FC Bayern mehr Eigengewächse in den Profikader integrieren. Trainer Vincent Kompany ist der erste Cheftrainer seit langem, dem das gelingt – bereits acht Youngster debütierten in der laufenden Saison.
Der FC Bayern spielt bislang eine beeindruckende Saison. In der Bundesliga ist der Titel nach 73 Punkten aus 28 Spielen nicht mehr zu nehmen, auch im DFB-Pokal stehen die Titelchancen angesichts der Halbfinal-Teilnahme sehr gut. In der Champions League läuft es ebenfalls rund: Nach dem 2:1 bei Real Madrid am gestrigen Dienstag ist das Erreichen des Halbfinals zum Greifen nah.
Gleichzeitig gelingt es den Münchnern, verstärkt auf die Jugend zu setzen. Acht Jugendspielern verhalf Trainer Vincent Kompany in der laufenden Saison schon zu ihrem Profidebüt. Dieses Vorgehen ist Teil eines neuen Wegs, den der Rekordmeister eingeschlagen hat.
Hoeneß-Absprache mit Kompany
Ausgangspunkt ist Uli Hoeneß. Nach Informationen der ‚Sport Bild‘ hatte der Ehrenpräsident vor der Saison bei einem privaten Treffen mit Kompany vereinbart, dass mehr Jugendspieler in die Profimannschaft integriert werden sollen. Zwar wurde dies auch Kompanys Vorgängern aufgetragen, der Belgier ist jedoch der erste, der dieser Forderung nachkommt.
Schon zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich festhalten: Der Plan trägt Früchte. Mit Lennart Karl konnte sich bereits ein Youngster nachhaltig in der Profimannschaft durchsetzen. Der 18-Jährige ist ein wichtiger Bestandteil des Teams und eine ausgezeichnete Option für die Offensive.
So weit sind die anderen Talente noch nicht. Das Trio um Linksverteidiger Deniz Ofli (19) und die Innenverteidiger Filip Pavic (16) und Cassiano Kiala (17) absolvierte ein Spiel. Sechser David Santos Daiber (19), Außenspieler Maycon Cardozo (17) und Mittelfeldakteur Felipe Chávez (18), aktuell an den 1. FC Köln verliehen, stehen bei zwei Einsätzen für den FCB. Flügelflitzer Wisdom Mike (17) zeigte in fünf Partien sein Potential.
Nachwuchs als Schlüssel
Dass die jungen Spieler sofort eine kometenhafte Entwicklung wie Karl nehmen, wird aber auch nicht erwartet. Vielmehr geht es darum, dass die Youngster Schritt für Schritt herangeführt werden, um sich an das Niveau zu gewöhnen. So können sie wie im Fall Chávez mögliche Leihabnehmer auf sich aufmerksam machen und sich dort entwickeln. Durch clevere Transfermodelle ist es den Bayern trotzdem möglich, den Zugriff auf die eigenen Talente nicht zu verlieren.
Unterm Strich sorgt die Integration der Eigengewächse dafür, dass der Rekordmeister sportlichen Erfolg und nachhaltige Kaderplanung immer besser miteinander verknüpft. Der eingeschlagene Weg könnte sich als wichtiger Schritt für die Zukunft erweisen. Setzt sich der Trend erfolgreich fort, können sich die Münchner zukünftig große Transferkosten sparen und sich unabhängiger aufstellen.