Stars aus den Topligen: Benficas neuer Kurs auf dem Transfermarkt

Die Klubs aus der portugiesischen Liga zeichnen sich seit Jahren darin aus, Talente aus der Heimat, aus Südamerika oder Afrika zu formen und für viel Geld in die Topligen zu verkaufen. Benfica Lissabon allerdings geht neuerdings den entgegengesetzten Weg.

Jorge Jesus bekommt prominente Unterstützung bei Benfica
Jorge Jesus bekommt prominente Unterstützung bei Benfica ©Maxppp

Derzeit tummelt sich die gesammelte europäische Klub-Elite in Lissabon, dem Schauplatz der wegen Corona komprimierten Champions League-Endrunde. Für Benfica wäre es ein Heimturnier, allerdings sind die Adler durch ihr Ausscheiden in der Gruppenphase zum Zuschauen verdammt.

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Wer Benficas Transfer-Treiben verfolgt, kann schon erahnen, dass das dem Hauptstadtklub in naher Zukunft nicht mehr passieren soll: Mit dem Belgier Jan Vertonghen (33) steht ein Innenverteidiger vor dem Wechsel nach Lissabon, der vor gut einem Jahr mit Tottenham Hotspur noch im Finale der Königsklasse stand – als unumstrittener Leistungsträger.

Mit Luca Waldschmidt (24) soll darüber hinaus nach Julian Weigl (24) ein zweiter deutscher Nationalspieler seinen Weg an den Atlantik finden. Der 15-Millionen-Deal steht kurz vor der Verkündung. Und schließlich wäre da noch El Matador Edinson Cavani (33), der ebenfalls heiß gehandelt wird und bei Benfica, so heißt es, gerne noch eine Weile auf europäischem Spitzenniveau spielen würde.

Angriff dank Félix-Millionen

Sollten die Portugiesen ihre ambitionierten Transferpläne umsetzen können, wäre dies für einen Klub aus der Liga NOS umso bemerkenswerter. Selbst die größten Klubs des Landes – neben Benfica sind das Stadtrivale Sporting und Meister FC Porto – hatten sich stets die Entwicklung heimischer, südamerikanischer und afrikanischer Talente auf die Fahne geschrieben und damit viel Geld verdient.

Im vergangenen Jahr war es noch Benfica selbst, das einen neuen portugiesischen Rekorderlös verbuchen konnte: Atlético Madrid aktivierte die Ausstiegsklausel von João Félix (20) und zahlte den Rot-Weißen ganze 126 Millionen Euro aus. Zweifelsohne ist es nun auch dieses Polster, das Benfica die Anpassung seiner Transferstrategie ermöglicht.

Beuteschema erweitert

Der lautet konkret: Nicht mehr nur in genannten Gefilden nach Spielern wie 20-Millionen-Zugang Pedrinho (22, kommt von Corinthians) fischen, sondern auch in europäischen Topligen. Ob hochdekorierte Routiniers oder aufstrebende Nationalspieler großer Fußballnationen – Benfica will nicht mehr nur entwickeln, sondern auch von entwickelten Akteuren profitieren.

Eines bleibt dann aber doch beim Alten: Mit Jorge Jesus ist der Erfolgscoach der Jahre 2009 bis 2015 zurück im Estádio da Luz. Er soll den Meistertitel holen und dafür sorgen, dass Benficas Weg nicht schon in der Champions League-Gruppenphase zu Ende ist. Wie es aussieht, werden ihm Vertonghen, Waldschmidt und Cavani dabei helfen.

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