Bayer Leverkusen hat einen Umbruch in der zurückliegenden Transferperiode hinter sich. Vereinzelte Neuzugänge schlagen ein, andere bleiben bislang weit hinter den Erwartungen zurück.
Malik Tillman (23) – Note 3,5
Der offensive Mittelfeldspieler, der von der PSV Eindhoven kam, kostete saftige 35 Millionen Euro. Zwar war der US-Amerikaner zu Beginn gesetzt und eine Art Fixpunkt im Spiel der Werkself, einen Aufschwung startete Bayer jedoch erst, als Tillman mal wieder verletzt war. Zwei Torbeteiligungen in neun Spielen lassen noch Luft nach oben.
Jarell Quansah (22) – Note 3
Gemeinsam mit Tillman avancierte der Neuzugang vom FC Liverpool zu Bayers teuersten Transfer im Sommer. Einen Stammplatz hat sich der Innenverteidiger erkämpft, solide Leistungen wechseln sich mit Behäbigkeit ab. Liverpool hat sich eine Rückkaufoption in Höhe von rund 60 Millionen Euro gesichert.
Eliesse Ben Seghir (20) – Note 5
Der Offensivspieler verpasste es bislang völlig, Eindruck zu hinterlassen. In elf Einsätzen konnte der Marokkaner noch keine Torbeteiligung verzeichnen. Dazu überwies man ganze 32 Millionen Euro ins Fürstentum an die AS Monaco. Immerhin bringt der Linksfuß mit seinen 20 Jahren ordentlich Entwicklungspotenzial mit.
Loïc Badé (25) – Note 3
Niemand geringeren als Jonathan Tah (29/zum FC Bayern) sollte der Franzose als Abwehrchef ersetzen. Ähnlich wie Nebenmann Quansah sind seine Leistungen noch wechselhaft. Insbesondere der FC Bayern ließ Badé wiederholt sehr alt aussehen. 25 Millionen Euro wanderten für den Neuzugang nach Andalusien zum FC Sevilla.
Ezequiel Férnandez (23) – Note 3,5
Der Argentinier pendelt zwischen Startelf und Ersatzbank. Vielversprechende Ansätze blitzten schon durch, insgesamt ist aber noch Luft nach oben. Für 25 Millionen Euro, die an Al Qadsiah gezahlt wurden, muss noch einiges mehr von dem Mittelfeldmann kommen.
Ibrahim Maza (19) – Note 3
Nach vielversprechenden Leistungen in der Vorbereitung waren die Hoffnungen groß, dass der Neuzugang von Hertha BSC den abgewanderten Florian Wirtz (22/zum FC Liverpool) schnell ersetzen kann. Doch rasch wurde klar, dass Maza noch Zeit braucht. Zuletzt zeigte die Formkurve nach oben, sogar als Sechser kam er jüngst zum Einsatz. Gegen den 1. FC Heidenheim glänzte er mit einem Doppelpack. Beim Vizemeister hofft man, dass sich die Investition von zwölf Millionen Euro bezahlt macht.
Mark Flekken (32) – Note 4
Vom Niederländer hat man sich bei der Werkself mehr erhofft. Den abgewanderten Kapitän Lukas Hradecky (35/zur AS Monaco) kann er zwischen den Pfosten nicht gleichwertig ersetzen. Bei der deftigen Klatsche gegen Paris St. Germain (2:7) musste er sogar Häme von den eigenen Fans über sich ergehen lassen. Der Elf-Millionen-Neuzugang vom FC Brentford muss sich noch steigern.
Ernest Poku (21) – Note 2
Der pfeilschnelle Flügelspieler darf sich zu den besten Bayer-Neuzugängen zählen. Mit seinem Speed und seinen flinken Richtungswechseln stellt er die Gegner häufig vor Probleme. In wettbewerbsübergreifend 15 Spielen gelangen dem Niederländer bereits acht Torbeteiligungen. Zehn Millionen Euro wanderten zum AZ Alkmaar. Eine Investition, die sich ordentlich auszahlen könnte, wenn man bedenkt, dass Poku noch über großes Potenzial verfügt.
Christian Kofane (19) – Note 1,5
Ebenfalls sehr gut eingeschlagen ist der Kameruner, den man für 5,25 Millionen Euro von Albacete holte. Während der Verletzung von Platzhirsch Patrik Schick ersetzte er den Tschechen hervorragend im Sturmzentrum. Auch seine Joker-Qualitäten stellte er schon unter Beweis. Acht Torbeteiligungen in wettbewerbsübergreifend 15 Spielen sind eine mehr als ordentliche Quote.
Janis Blaswich (34) – keine Note
Der Ex-Leipziger wurde als klare Nummer zwei für zwei Millionen Euro von Red Bull Salzburg geholt. Zum Einsatz kam Blaswich dementsprechend noch nicht.
Lucas Vázquez (34) – Note 3,5
Ablösefrei konnte man den Routinier unter Vertrag nehmen, der rechts hinten Jeremie Frimpong (24/zum FC Liverpool) ersetzen sollte. Seine Führungsqualitäten und seine Ballsicherheit konnte er bereits andeuten, im Lazarett des Werksklubs ist er derzeit allerdings deutlich präsenter als auf dem Platz.
Axel Tape (18) – Note 3
Mit dem Franzosen konnte man ein hochveranlagtes Talent ebenfalls ablösefrei für sich gewinnen. Sein Potenzial blitzte bereits auf, allerdings wurde der gelernte Innenverteidiger auch des Öfteren als Notnagel benutzt und musste auf ungewohnten Positionen ran, wo er teils ordentlich Lehrgeld zahlte. Seine Entwicklung dürfte jedoch noch lange nicht am Ende sein.
Claudio Echeverri (19) – Note 6
Von der Leihe des talentierten Offensivspielers haben sich alle Seiten mehr versprochen. Bei Bayer kommt der Argentinier kaum zum Zug, weshalb Manchester City sogar schon über einen Leihabbruch nachdenkt. Für Ärger sorgte auch die verweigerte Abstellung für die U20-WM. In dem Zeitraum des Turniers wurde Echeverri für Bayer dann aber nur wenige Minuten eingesetzt. Über eine Kaufoption verfügt Bayer nicht, positive Effekte des Transfers sind also bislang nicht auszumachen.
Bayer braucht Zeit
Der Umbruch im Sommer fiel gigantisch aus. Insgesamt wurde ein Transferüberschuss von 31 Millionen Euro erwirtschaftet. Das eingenommene Geld wurde also größtenteils direkt reinvestiert, die Neuzugänge brauchen allerdings noch Zeit. Das neu zusammengestellte Team muss sich noch finden, von festen und funktionierenden Abläufen ist man im Rheinland noch weit entfernt.
Die größte Fehlentscheidung leisteten sich die Bosse auf der Trainerbank. Das Missverständnis Erik ten Hag wurde nach nur zwei Bundesligaspielen wieder korrigiert. In der kurzen Zeit richtete der Niederländer allerdings gehörigen Schaden an. Unter anderem Mittelfeldmetronom Granit Xhaka vergraulte der Niederländer. Nachfolger Kasper Hjulmand musste erst einmal die Scherben aufkehren, ein leichter Aufwärtstrend ist inzwischen zu erkennen.