Beim 1. FC Köln kehrt nicht wirklich Ruhe ein. Nach der Entlassung des Standardtrainers sind die nächsten Wochen auch für die Zukunft von Lukas Kwasniok entscheidend.
Es waren Szenen, die nichts von der derzeitigen Situation des 1. FC Köln erahnen ließen. Beim gestrigen Rosenmontagszug lagen sich Ragnar Ache (27), Said El Mala (19) und Lukas Kwasniok auf dem Wagen des FC in den Armen und schmissen Kamelle in Richtung der jubelnden Fans und Jecken.
Was nach Friede, Freude, Eierkuchen aussah, kippt intern beim FC nach der 1:3-Niederlage gegen den VfB Stuttgart aber eher Richtung Aschermittwoch. Denn während Kwasniok lustig die Karnevalisten bespaßte, wurde parallel bekannt, dass der FC personelle Konsequenzen aus der Standard-Schwäche zieht und Assistenztrainer Hannes Dold von seinen Aufgaben entbindet.
Lage wird bedrohlich
Das zeigt, dass man am Geißbockheim mit der derzeitigen Situation nicht zufrieden ist. Bei den Fans wird wieder einmal Kwasniok für die Niederlage gegen den VfB verantwortlich gemacht. Seine Entscheidung, ohne gelernte Innenverteidiger in die Schlussphase zu gehen, brachte zwar den Ausgleich. Der war aber nur von kurzer Dauer. Königstransfer Rav van den Berg (21) schmorte als Innenverteidiger 90 Minuten auf der Bank, Publikumsliebling El Mala blieb einmal mehr nur die Jokerrolle.
Mit 23 Punkten aus 22 Spielen liegt Köln zwar als Aufsteiger weiterhin einigermaßen im Soll, doch die Zweifel an Kwasniok keimen wieder auf. Laut der ‚Bild‘ wird die Lage in Köln „immer brisanter“, die Stimmung könne bald kippen. Der ‚Geissblog‘ titelt passend dazu, dass der FC „gewaltig aufpassen“ müsse.
Kompliziertes Programm
Zumal ein Blick auf das Programm der kommenden Wochen durchaus Bauchschmerzen bereiten dürfte, denn es kommt knüppeldick. In dieser Saison konnten die Kölner noch gegen keine einzige Mannschaft aus den Top sechs punkten. Bei den nächsten beiden Heimspielen gastiert erst in der TSG Hoffenheim der Tabellendritte, dann in Borussia Dortmund der Zweite im Rhein-Energie-Stadion.
Auswärts warten mit dem FC Augsburg und dem Hamburger SV zwei direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Sollte in diesen vier Spielen kein Sieg her, dürfte der Zug für Kwasniok abgefahren sein. Noch beträgt der Vorsprung auf den Relegationsrang 16 halbwegs beruhigende vier Punkte. Doch die Ruhe, die ab dem morgigen Aschermittwoch in Köln einkehrt, scheint am Geißbockheim trügerisch.
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