Bundesliga

Eintracht: Rieras fataler Chaos-Plan

Nach nur wenigen Wochen spaltet Albert Riera bereits das Fanlager bei Eintracht Frankfurt. Kommunikation und Spielweise sind im besten Fall originell.

von Tobias Feldhoff
2 min.
Albert Riera hat an der derzeitige Lage der EIntracht zu knabbern @Maxppp

Misst man das 2:2 gegen den 1. FC Köln rein am Ergebnis, muss man aus Sicht von Eintracht Frankfurt von einem Misserfolg sprechen. Ein Trainer – und ist er dazu auch noch so frisch im Amt wie Albert Riera – muss das Auftreten seiner Mannschaft natürlich darüber hinaus unter vielen anderen Gesichtspunkten betrachten.

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In der Aufarbeitung regiert bei Albert Riera ebenso wie in puncto Spielphilosophie ein gewisses Chaos. „Was sie nun brauchen, ist meine Liebe. Sie brauchen Optionen, Feedback und wie sie es besser machen können“, sagte der Spanier auf der Pressekonferenz nach der Partie.

Diesen löblichen Ansatz konterkariert Riera dann aber nur wenig später, indem er deutlich macht, wie schlecht der aktuelle Kader zu seiner Grundidee passen würde: „Ich habe hier am 1. Februar übernommen, das ist der schlechteste Tag für einen Trainer. Das Transferfenster ist geschlossen, ich hatte keine Vorbereitung und dann sofort ein Spiel.“

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Ins offene Messer gelaufen

Naheliegend wäre dann wohl zunächst einmal, der nach Rieras Aussage schlechtesten Defensive in Europa die nötige Stabilität einzuhauchen. Das gelang zwar in den ersten Spielen ein Stück weit, wurde aber gegen die Kölner zugunsten von offensiver Anarchie über den Haufen geworfen.

Die linke Seite sollte im Spiel nach vorne mit Arnaud Kalimuendo (24) und Ansgar Knauff (24) überladen werden, Linksverteidiger Nathaniel Brown (22) zog dafür wie zuletzt nach innen. Dabei gelang es, den FC vor schwierige Aufgaben in der Defensive zu stellen, sorgte aber für große Konteranfälligkeit, die schon in Halbzeit eins mehrfach hätte bestraft werden können.

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Fatalerweise agierte Rieras Team dann auch nach 2:0-Führung nicht stabiler, sondern behielt die ursprüngliche Marschroute bei. Und das, obwohl Kapitän Robin Koch (29) nach dem Anschlusstreffer der Kölner bei Riera vorstellig geworden war. Dieser berichtet: „Robin hat gefragt, ob wir weiter so spielen. Ich antwortete: Ja, denn so haben wir zwei Tore geschossen.“

Klingt fast nach Eitelkeit, die eigene Chaos-Idee um jeden Preis durchziehen zu wollen. Am gestrigen Sonntag war es die falsche Entscheidung – und auch in Zukunft sollte Riera ein gewisses Maß halten, um seine Glaubwürdigkeit vor Team und Fans gleichermaßen nicht schnell zu verspielen.

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