Paris FC: Der kleine Nachbar will nach oben

Im Schatten von Paris St. Germain will auch der kleine Stadtrivale Paris FC mit Unterstützung vom Persischen Golf in die Ligue 1. Ein PSG 2.0 soll es aber nicht geben.

PFC-Präsident Pierre Ferracci
PFC-Präsident Pierre Ferracci ©Maxppp

Knappe acht Kilometer trennt den Prinzenpark, der Spielstätte von Frankreichs Serienmeister Paris St. Germain, vom Stade Charléty. Hier, im Süden der Metropole, trägt der Paris FC seine Heimspiele aus. Mit mäßigem Erfolg zuletzt: Platz 19 in der Heim-Tabelle der Ligue 2, insgesamt nur Platz 17 in der abgebrochenen Saison 2019/20 – gerade so am Abstieg vorbeigeschrammt.

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In Zukunft wollen sie sich beim kleinen PSG-Nachbarn aber nicht mehr mit Abstiegskampf auseinandersetzen, sondern mit dem Aufstieg in die Ligue 1. Das ist das erklärte Ziel von Präsident Pierre Ferracci und seiner neuen Partner aus Bahrain. Vor fünf Tagen stieg das kleine Königreich offiziell beim PFC ein, erwarb 20 Prozent der Klubanteile.

Light-Version eines Scheichklubs

Wenn man so will, sind die Blauen damit die Light-Version eines Scheichklubs. Bahrains Strategie ist nicht so aggressiv wie jene, die Golf-Nachbar Katar bei PSG fährt. Der PFC soll keine Kopie des großen Stadtrivalen werden, auch wenn Bahrain selbstredend dasselbe Ziel hat wie die Kataris: Image und globale Bekanntheit fördern.

Dennoch bleiben die Zügel in der Hand von Präsident Ferracci, mit 77 Prozent Hauptanteilseigner des Klubs. Bahrains Vorstoß ist keine Übernahme, sondern eine Partnerschaft, wie sie auch in Deutschland zwischen Vereinen und Konzernen üblich ist. Obligatorisch: Es fließt Geld in den Klub.

So auch aus Bahrain in den PFC. Parallel zur geschlossenen Partnerschaft verkündete der Klub eine Kapitalerhöhung von 30 Prozent. Es soll investiert werden, damit ein gewisser Jonathan Pitroipa (ehemals SC Freiburg und Hamburger SV) nicht der prominenteste Kicker des Kaders bleibt und Ligue 1-Fußball nicht nur acht Kilometer entfernt gespielt wird.

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