In zwei Tage beginnt die Weltmeisterschaft und muss wohl ohne einen der besten afrikanischen Schiedsrichter auskommen. Wer in Deutschlands erstem Gruppenspiel gegen Curaçao dafür dabei sein wird, war offenbar Teil einer längeren Diskussion im DFB-Lager. Die FT-Presseschau am Dienstag.
FIFA offenbar ausnahmsweise machtlos
Die USA haben FIFA-Schiedsrichter Omar Artan die Einreise verweigert. Laut offizieller Mitteilung hat die Grenzschutzbehörde CBP entschieden, dass ein Reisender aus Somalia, „ein Schiedsrichter für die FIFA-Weltmeisterschaft, aufgrund von Bedenken im Rahmen der Sicherheitsüberprüfung nicht Einreise berechtigt war, und ihm wurde die Einreise verweigert“. Namentlich genannt wurde Artan dabei nicht, der 34-Jährige ist jedoch der einzige WM-Schiedsrichter seines Landes. Laut FIFA werde Artan nicht bei der Weltmeisterschaft trainieren und eingesetzt werden können, da man von den Behörden informiert worden sei, dass sich der Status von Artan derzeit nicht ändern werde.
Die ‚New York Times‘ ordnet ein: „Im Dezember griff Präsident Trump Einwanderer aus diesem Land gezielt an, bezeichnete sie in einer fremdenfeindlichen Tirade im Weißen Haus als ‚Abfall‘ und sagte, Somalia sei ‚nicht einmal ein Land‘. […] Herr Artan wird in Somalia als jemand gefeiert, der trotz der Schwierigkeiten des Landes zu internationaler Bekanntheit im Sport aufgestiegen ist, und seine Ablehnung wurde von vielen schmerzlich empfunden.“ Auch Aden Abshir, leitender Berater des somalischen Ministeriums für Jugend und Sport, zeigt sich empört: „Ihm die Einreise in die Vereinigten Staaten zu verweigern und ihn daran zu hindern, geplante Spiele zu leiten, schadet nicht nur ihm persönlich, sondern untergräbt auch das Bekenntnis des Fußballs zu Fairness, Leistung und dem Geist des Fairplay.“
Es wurde ordentlich gestikuliert
Wenige Tage vor dem Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Curaçao am Sonntag (19 Uhr) wird es im DFB-Lager langsam ernst. Erst auf dem Platz bei den Trainingseinheiten, dann umso mehr beim Chefgespräch unter vier Augen zwischen Bundestrainer Julian Nagelsmann und seinem Kapitän Joshua Kimmich. Wie die ‚Bild‘ berichtet, unterhielten sich beide im Anschluss „noch 18 Minuten lang mitten auf dem Platz“. Dabei handelte es sich laut der Boulevardzeitung „nicht nur [um] lockere[n] Smalltalk, es wurde auch ordentlich gestikuliert“.
Themen waren offenbar die richtige Taktik für den WM-Start und das dazugehörige Personal. „Kimmich und Nagelsmann diskutierten zwar viel, schienen sich aber auch am Ende sehr gut zu verstehen. Nach dem intensiven Gespräch gingen beide zusammen auf die Tribüne und schrieben Seite an Seite den Fans Autogramme“, so die ‚Bild‘. Kimmich geht zum ersten Mal als Spielführer in ein Turnier. Für den 31-Jährigen könnte es womöglich zudem die letzte Weltmeisterschaft sein, weshalb er sich bereits in den vergangenen Wochen extrem ehrgeizig gezeigt hatte.
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