Bellingham: Hat der BVB eine Schmerzgrenze?

Die englischen Topklubs reißen sich um Jude Bellingham. Gut möglich, dass sich der BVB im kommenden Sommer konkret mit lukrativen Offerten auseinandersetzen muss.

Jude Bellingham im BVB-Dress
Jude Bellingham im BVB-Dress ©Maxppp

Borussia Dortmund hegt keinerlei Absichten, Jude Bellingham im kommenden Sommer zu verkaufen. Dieser Satz ist ebenso wahr wie fragil – denn in Wahrheit kann man eine solche Entscheidung erst treffen, wenn man mit den entsprechenden Gegebenheiten konfrontiert ist.

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Ein Blick in die Vergangenheit zeigt zudem, dass der BVB mit solchen Fällen auf unterschiedliche Art umgegangen ist. Bei Erling Haaland beispielsweise war sehr schnell klar, dass die Dortmunder nicht verkaufen würden. Ein langfristiger Vertrag, die bei 75 bis 100 Millionen liegende Ausstiegsklausel in einem Jahr sowie Haalands unfehlbarer Sportsgeist waren die Hauptgründe für den frühen Beschluss von oben.

Wechsel-Erlaubnis für Sancho, Dembélé & Auba

Etwas anders lagen die Dinge da schon bei Jadon Sancho, den die Schwarz-Gelben schon vor einem Jahr trotz eines längerfristig datierten Arbeitspapiers ziehen gelassen hätten. Letztlich versah man einen möglichen Sancho-Verkauf mit einer klaren Frist. Als die englischen Klubs diese verstreichen ließen, blieb der BVB im Nachgang konsequent – selbst als Manchester United und Co. gegen Ende des Transferfensters nochmals lukrative Avancen starteten.

Sancho hätte man also frühzeitig ziehen lassen, auch wenn sich der Dribbler anders als Ousmane Dembélé oder Pierre-Emerick Aubameyang vor ihm niemals im Streikmodus befand. Bei den beiden Letztgenannten war es am Ende eine ganz spezielle Situation, die den Dortmundern keine andere Wahl ließ, als sie weit vor ihrem letzten Vertragsjahr für viel Geld zu verkaufen.

Offene Fragen bei Bellingham

Nun kann man sich bei Musterprofi Bellingham kaum vorstellen, dass er sich ähnliche Eskapaden leistet. Hier werden andere Kriterien entscheidend dafür sein, wie sich der BVB positioniert. Sind es 80, 100 oder gar 150 Millionen, die Manchester City oder auch der FC Liverpool bieten werden? Was gibt der Markt für Alternativen her? Strebt Bellingham selbst mit seinen dann gerade einmal 19 Jahren schon den nächsten Sprung an? Kann der BVB in einem Jahr die Aussicht auf Champions League-Fußball bieten?

So oder so, eine echte Vorhersage fällt schwer. In Dortmund plant man momentan – und das völlig zurecht – länger als ein weiteres Jahr mit Bellingham. Jetzt schon formulierte Garantien wären aber mit Blick auf die Vergangenheit nicht wirklich seriös.

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