Vom Hünen zum Rastelli – Süles Zukunft in der Schwebe

Gegen Lazio Rom zeigte Niklas Süle ein starkes Spiel auf der Rechtsverteidiger-Position. Bis zum Sommer hat er Zeit, seine Form zu festigen. Spätestens dann entscheidet sich, ob er auch im nächsten Jahr beim FC Bayern spielt.

Niklas Süle hat noch bis 2022 Vertrag bei den Bayern
Niklas Süle hat noch bis 2022 Vertrag bei den Bayern ©Maxppp

Niklas Süle besitzt nicht gerade die Physiognomie eines typischen Rechtsverteidigers im modernen Fußball. Auf eine kritikwürdige Performance gegen Eintracht Frankfurt (1:2) am Wochenende folgte gestern eine sehr gute Leistung auf derselben Position gegen Lazio Rom (4:1) – FT vergab sogar die Note 1,5 für das fast perfekte Spiel des Abwehrspielers.

Unter der Anzeige geht's weiter

Dass Süle den Vorzug vor Bouna Sarr erhielt, spricht Bände. Eigentlich ist Sarr der etatmäßige Ersatz für Stammspieler Benjamin Pavard, der momentan coronabedingt passen muss. Da Sarr aber in seinen bisherigen Einsätzen nicht zu überzeugen wusste, wird Süle von Flick positionsfremd als Außenverteidiger aufgeboten. Dies darf auch als Vertrauensbeweis für den 1,95 Meter großen Defensivmann gewertet werden.

Süles Zukunft

Für Süle geht es um mehr als um Spielpraxis. Der stämmige Innenverteidiger wird an der Säbener Straße kritisch beäugt. Trotz seiner Physis besitzt er eine hohe Grundschnelligkeit. Man wird jedoch das Gefühl nicht los, dass der Nationalspieler mit einer professionelleren Arbeitseinstellung mehr aus sich herausholen könnte. Seine Vorliebe für Fast Food ist kein Geheimnis. Leider wird ihm dies in lethargischen Momenten auf dem Spielfeld zum Verhängnis, so macht es zumindest den Anschein.

Der Vertrag des 25-Jährigen läuft 2022 aus. Nach der Saison muss sein derzeitiger Arbeitgeber folglich entscheiden, ob man in Zukunft auf Süle bauen will. Ist das nicht der Fall, liegt ein Verkauf nahe, um einen ablösefreien Abgang im Folgejahr zu verhindern. Dieses Schicksal, das für den Verein eine finanzielle Ohrfeige darstellt, ereilte die Bayern jüngst bei David Alaba.

Gespräche im Sommer

Im wichtigen Champions League-Spiel gegen Lazio hat Süle seinen Wert für den Verein widergespiegelt und Argumente für eine Vertragsverlängerung gesammelt. Er zeigte sich sogar von seiner filigranen Seite. Mit guten Dribblings, einem Übersteiger und einem Hackenpass kam zeitweise sogar der Filigrantechniker zum Vorschein.

Ein Selbstläufer wird die Verlängerung aber nicht, wenn sich Süle und die Entscheider des deutschen Rekordmeisters im Sommer zusammensetzen. Der FC Chelsea baggert bereits am Verteidiger. Die Spielweise in der Premier League dürfte ihm liegen. Doch kampflos werden die Bayern den Hünen nicht ziehen lassen, wenn er seine Form aus dem Lazio-Spiel konservieren kann.

Weitere Infos

Kommentare