Sané, Nübel & Last-Minute-Deals: Salihamidzic blickt zurück

Mit einem denkwürdigen Schlussspurt tütete der FC Bayern zum Ende der Transferphase gleich mehrere Neuverpflichtungen ein. Im ausführlichen Interview bezieht Sportvorstand Hasan Salihamidzic Stellung zu einer denkwürdigen Wechselperiode.

Hasan Salihamidzic ist beim FC Bayern für Transfers verantwortlich
Hasan Salihamidzic ist beim FC Bayern für Transfers verantwortlich ©Maxppp

Der zurückliegende Transfermarkt lässt sich aus Sicht des FC Bayern in drei Phasen unterteilen. Auf einen furiosen Start mit den Verpflichtungen von Leroy Sané, Alexander Nübel und Tanguy Nianzou folgte eine lange Zeit des Abwartens, der Gerüchte und geplatzten Deals.

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Kurz vor Transferschluss dann die fünf Transfers von Marc Roca, Bouna Sarr, Douglas Costa, Tiago Dantas und Eric Maxim-Choupo Moting. Hauptverantwortlicher in den vergangenen Monaten war Hasan Salihamidzic. Im Interview mit der ‚Sport Bild‘ steht der Sportvorstand der Münchner Rede und Antwort.

Phase 1

Königstransfer des FC Bayern war Sané. Der 24-Jährige kam für 45 Millionen Euro und kostete damals deutlich weniger als Manchester City noch ein Jahr zuvor gefordert hatte. Salihamidzic ordnet ein: „Corona hin oder her, ein Schnäppchen ist der Transfer von Leroy auch nicht gewesen. Das ist immer noch sehr viel Geld. Wir sind aber überzeugt von Leroy.“

Gerüchte, nach denen City versuchte, Kingsley Coman in einen Sané-Deal einzubinden, dementiert der 43-Jährige: „Ich kann das nicht bestätigen. Es lag nichts vor, und wir hätten uns auch nicht damit beschäftigt. Sein Tor im Champions-League-Finale sollte Erklärung genug sein, warum wir voll und ganz auf ihn setzen.“

Phase 2

Gesetzt hätten die Bayern gern auch auf Callum Hudson-Odoi vom FC Chelsea. Der Transfer des englischen scheiterte jedoch. Salihamidzic erklärt: „Wir haben mit Chelsea verhandelt, aber es gab keine Einigung. Das passiert.“

Auch die angestrebte Verpflichtung von Sergiño Dest von Ajax Amsterdam fiel ins Wasser. Salihamidzic: „Es gibt Transfers, die an den Punkt kommen, an dem man sagen muss: Wir sind ab sofort draußen. Umso wichtiger ist es, dass man Alternativen beziehungsweise alternative Wege von Anfang an mitdenkt.“

Phase 3

Als Alternative zu Dest entpuppte sich Bouna Sarr von Olympique Marseille. „Bouna Sarr stand schon länger im ‚Schattenteam‘ auf der Rechtsverteidiger-Position“, erklärt der Sportvorstand. Als „Schattenteam“ bezeichnen Bundesligisten die Spieler, die sie sich grundsätzlich als Neuzugänge vorstellen können. So haben die Klubs für jede Position Listen mit diversen Spielernamen, sodass schnell Alternativen auf dem gefunden werden können, sollte die A-Lösung nicht funktionieren.

So lässt sich auch die Verpflichtung von Douglas Costa erklären, der kurzfristig von Juventus Turin an die Säbener Straße zurückkehrte. „Wir hatten zu jeder Planung immer auch Alternativen. Fabio (Paratici, Sportdirektor von Juve, Anm. d. Red.) kenne ich aus meiner Juve-Zeit, schon damals war er in die Kaderplanung eingebunden. Ich wusste, dass es bei Juves Transferpolitik eine Bereitschaft geben könnte, Douglas zu verleihen. So kamen wir schnell ins Geschäft“, erklärt Salihamidzic.

Sonderfall Alaba

In den vergangenen Monaten mussten die Klubverantwortlichen aber nicht nur um Neuzugänge kämpfen. Auch die Vertragsverlängerung von David Alaba war ein tägliches Thema in München. Der 28-jährige Innenverteidiger kann den Klub 2021 ablösefrei verlassen und folglich ab Januar offiziell mit anderen Klubs verhandeln.

„Wir hoffen, dass David am Ende bei uns unterschreibt. Wir versuchen wirklich alles“, versichert Salihamidzic. Auf die Frage, ob der Klub dem Österreicher noch einmal ein verbessertes Angebot unterbreiten wird, antwortet der Sportvorstand knapp: „David kennt unser Angebot.“ Ob Alaba das reicht, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen.

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