Freiburg-Flop Til trumpft bei Feyenoord wieder auf

Guus Til ist momentan in Topform. Nach seinem Länderspieldebüt zeigt er auch für Feyenoord Rotterdam starke Leistungen. In Freiburg wollte es für den Offensivspieler allerdings nicht klappen.

Guus Til bejubelt seinen Treffer für Feyenoord
Guus Til bejubelt seinen Treffer für Feyenoord ©Maxppp

Zwölf Pflichtspiele, neun Tore – so lautet die Bilanz von Guus Til in der laufenden Spielzeit. Der hochveranlagte Offensivspieler traf für Feyenoord Rotterdam am gestrigen Mittwochabend doppelt gegen den SC Heerenveen (3:1) und war maßgeblich am Erfolg seiner Mannschaft beteiligt. In Rotterdam ist Til längst angekommen. Beim SC Freiburg gelang ihm das in der vergangenen Saison nicht.

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Für junge Spieler gelten die Breisgauer eigentlich als Topadresse, um die Entwicklung voranzutreiben und um sich mittelfristig für größere Aufgaben zu empfehlen. Beispiele dafür gibt es en masse. Caglar Söyüncü (Leicester City), Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach), Luca Waldschmidt (VfL Wolfsburg) oder Robin Koch (Leeds United) – die Liste ist lang. Til gehört nicht dazu.

Elftal-Debüt

Der Niederländer steht bei Spartak Moskau unter Vertrag. Sein Leihgeschäft zum SC darf als Misserfolg gewertet werden. Nur sieben Kurzeinsätze in der Bundesliga standen am Ende zu Buche. Seit dieser Saison läuft der 23-Jährige für Feyenoord auf und stellt wieder Woche für Woche unter Beweis, warum sich die Breisgauer vor einem Jahr für seine Verpflichtung entschieden hatten.

Dass man in seinem Heimatland an ihn glaubt, zeigt auch sein Länderspieldebüt Anfang September. Unter Louis van Gaal feierte Til seine Premiere für die Elftal. Sechs Minuten gegen Montenegro (4:0) und 29 Minuten gegen die Türkei (6:1) inklusive seines Debüttreffers sind eine ansehnliche Ausbeute.

In Freiburg fehl am Platz?

Im Februar äußerte sich Freiburgs Sportdirektor Klemens Hartenbach über die klammen Einsatzminuten des damaligen SC-Spielers Til wie folgt: „Guus leidet darunter, dass es für die Mannschaft und speziell in der Offensive gut läuft. Ich habe selten einen Spieler erlebt, der so wenig spielt und trotzdem so bei der Sache ist.“ Ein Lob, das einen Reservisten höchstwahrscheinlich nicht zufriedenstellt.

Der nachfolgende Satz ließ noch tiefer blicken: „Ich hoffe, dass sich das irgendwann für ihn auszahlt - bei uns oder woanders.“ Schon damals schien klar gewesen zu sein, dass Til und Freiburg nicht wirklich zusammenpassen.

Der Rechtsfuß ließ sich nicht dazu hinreißen, in den Medien auf mehr Spielminuten zu drängen. „Es ist nicht meine Entscheidung, das muss der Coach beantworten“, so der talentierte Spielmacher. Bei Christian Streich wäre er erfahrungsgemäß wohl auch auf taube Ohren gestoßen.

Zweite Chance für Til?

Kann Til seine derzeitige Form konservieren und sich in der Nationalmannschaft etablieren, wird er zwangsläufig bald wieder auf den Scoutinglisten der Klubs aus Europas fünf besten Ligen landen. Sein Vertrag bei Spartak läuft noch bis 2024. In Russland sammelte Til in einem Jahr immerhin zwei Treffer und drei Assists aus 21 Spielen. In Freiburg reichte es am Ende nicht zu einem Scorerpunkt.

Der temporäre Wechsel zurück in die Eredivisie ist gemeinsam mit dem Jahr in Freiburg bereits das zweite aufeinanderfolgende Leihgeschäft für Til. Dass die Moskauer langfristig mit dem frischgebackenen Nationalspieler planen, darf angezweifelt werden.

Um die 18 Millionen Euro, die Spartak 2019 an den AZ Alkmaar für Tils Dienste zahlte, wieder einzunehmen, müsste man den aufstrebenden Kreativspieler im kommenden Sommer oder im Jahr darauf verkaufen. Vielleicht sehen wir Til dann wieder in der Bundesliga oder einer anderen Topliga.

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