Nagelsmanns Vision: Wie Bayern europäische Spitze bleibt

Julian Nagelsmann hat vom FC Bayern ein Langzeitmandat für den Trainerposten erhalten. Sein Auftrag ist klar: Die Münchner auch in Zukunft im Konzert der Großen spielen lassen.

Julian Nagelsmann unterschrieb bei den Bayern für fünf Jahre
Julian Nagelsmann unterschrieb bei den Bayern für fünf Jahre ©Maxppp

Seit viereinhalb Monaten steht Julian Nagelsmann als Chefcoach der Profimannschaft auf der Gehaltsliste des FC Bayern. Noch viele weitere sollen hinzukommen, immerhin hat der 34-Jährige für fünf Jahre unterschrieben. „Das ist ein großer Vertrauensbeweis“, bemerkt Nagelsmann im Interview mit der ‚WAZ‘.

Unter der Anzeige geht's weiter

„Dieses Vertrauen“, führt der gebürtige Landsberger aus, „möchte ich zurückzahlen – nicht nur, weil ich ungerne verliere, sondern auch, weil es beim FC Bayern in die richtige Richtung laufen soll.“ Er wolle den Ansprüchen und der Ablöse (bis zu 25 Millionen Euro, Anm. d. Red.), die Bayern für seine Dienste an RB Leipzig zahlte, gerecht werden.

Bayerns „großes Gut“

Das funktioniert in erster Linie mit sportlichem Erfolg. Hier setzt Nagelsmann nicht nur auf gute Spieler, sondern auch auf das Binnenklima des Klubs. Er betont: „Der FC Bayern zeichnet sich seit Jahren durch ein familiäres Klima aus, das müssen wir pflegen und erhalten.“ Es brauche „menschliche Verbindungen und kein Vakuum, in dem sich der Profibetrieb abgekapselt von den Mitarbeitern bewegt.“

„Diese Emotionalität ist ein großes Gut von Bayern München und muss es auch bleiben, weil wir wahrscheinlich über die nächsten Jahrzehnte finanziell nur schwer mit englischen oder anderen von Investoren geführten Klubs werden mithalten können“, weiß Nagelsmann, „[...] Rekorde, wie es sie in den letzten zehn Jahren einige gab, werden vielleicht schwerer zu realisieren.“

Kein Gedanke an Haaland

Ganz in diesem Sinne will der Rekordmeister-Trainer „emotionalisierenden Fußball sehen, nicht einschläfernden Ballbesitzfußball oder langweiliges Hin- und Hergekicke.“ Einer, mit dem dies sicherlich funktionieren würde, ist Stürmerstar Erling Haaland (21) vom Bundesliga-Erzrivalen Borussia Dortmund.

Angesprochen auf einen möglichen Transfer des Norwegers zum FC Bayern weicht Nagelsmann aus. Um solche Dinge würden sich „andere Leute im Verein“ kümmern. Überhaupt: „Im Vordergrund steht immer die Frage der finanziellen Möglichkeiten. Dieser Aspekt wird immer extremer.“ Bei Haaland braucht es eine kolportierte Mindest-Ablöse von 75 Millionen Euro.

Weitere Infos

Kommentare