Während José Mourinho sein Benfica-Team nach dem blamablen Ligapokal-Aus rundmacht und ein großes Matratzenlager organisiert, tappt Spurs-Coach Thomas Frank in ein großes Fettnäpfchen und muss sich erklären. Viel Drama in der FT-Presseschau am Donnerstag.
Schlaflos in Seixal
Ganz Portugal hatte sich auf das große Stadtduell im Ligapokalfinale gefreut, doch stattdessen kommt es am Samstag (21 Uhr) zum Aufeinandertreffen der großen Außenseiter Vitória Guimarães und Sporting Braga. Sowohl Sporting Lissabon als auch das von José Mourinho trainierte Benfica verloren im Final Four ihre jeweiligen Halbfinalduelle. The Special One zeigte sich nach dem schwachen 1:3 gegen Braga am gestrigen Mittwochabend im Interview mit der ‚Record‘ extrem angefressen. Die Leistung seiner Mannschaft sei selbst dann „schrecklich und inakzeptabel“ gewesen, wenn es „ein Vorbereitungsspiel gegen unsere Nachbardörfer Seixal oder Amora gewesen wäre“.
Zwar sei die zweite Halbzeit deutlich besser gelaufen, doch „wer so schlecht spielt wie in der ersten Halbzeit, verdient es zu verlieren. Es war nicht Braga, das gewonnen hat, sondern wir haben verloren. Ich habe mit den Spielern etwas gemacht, was ich sonst nicht mache, nämlich über das Spiel zu sprechen. Ich habe keine Bereitschaft zum Dialog gespürt. Ich möchte aber nicht glauben, dass ein Spieler von Benfica nervös ist, weil er ein Halbfinale des Allianz Cups spielt, denn sonst ist er kein Spieler für Benfica.“ Die Konsequenz: „Die Spieler werden auf dem Trainingsgelände in Seixal übernachten und morgen gibt es Arbeit. Ich wünsche mir, dass die Spieler so schlafen wie ich. Dass sie nicht schlafen und viel nachdenken, so wie ich nachdenken werde.“
Kein Auge für Details
Als Thomas Frank im Sommer die Nachfolge von Ange Postecoglou als Coach von Tottenham Hotspur antrat, war das erklärte Ziel, dass er den Londoner Klub wieder in die Top Sechs der Tabelle führen sollte. Doch auch unter Frank wird es nicht besser, aktuell rangiert der Klub nur auf Rang 14 der Premier League. Sportlich steht der neue Trainer unter Druck, doch für die größte Kritik sorgte am gestrigen Mittwochabend nicht die schwache Leistung auswärts gegen den AFC Bournemouth (2:3), sondern ein kleines Detail abseits des Rasens. Der Däne wurde dabei gesehen, wie er aus einem Becher mit dem Logo des Erzrivalen Arsenal trank. Die Wut der Spurs-Fans entlud sich noch während des Spiels in den sozialen Netzwerken.
Auch im Anschluss der Partie drehten sich in Interviews beinahe mehr Fragen um den Becher als um die sportlichen Geschehnisse. Frank war um Schadensbegrenzung bemüht: „Das ist mir überhaupt nicht aufgefallen. Es ist klar, dass wir nicht alle unsere Spiele gewinnen, daher wäre es völlig idiotisch von mir, einen Becher mit dem Logo von Arsenal zu nehmen. Glaubt jemand, dass ich das absichtlich getan habe?“ Einige Becher seien noch vom Gastspiel der Gunners vier Tage zuvor in der Kabine verblieben. „Es ist normal, einen Becher zu nehmen, einen Espresso zu trinken, das mache ich vor jedem Spiel. Ich denke, wir bewegen uns eindeutig in die falsche Richtung, wenn wir uns darüber Gedanken machen müssen, dass ich eine Tasse mit dem Logo eines anderen Vereins habe“, so Frank.
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