DFB-Team: Die drei Erkenntnisse zum 1:2 gegen Japan

Die Weltmeisterschaft in Katar startet für die deutsche Nationalmannschaft mit einer großen Enttäuschung. Zwei individuelle Fehler und horrender Chancenwucher trüben eine über weite Strecken solide Leistung. FT hat die Erkenntnisse zum Auftritt der DFB-Elf gesammelt.

Das DFB-Team verlor das WM-Spiel gegen Japan
Das DFB-Team verlor das WM-Spiel gegen Japan ©Maxppp

Zum Ende der ersten Halbzeit wollte man als Fan der DFB-Elf schon von einem der stärksten Auftritte der Nationalmannschaft seit langem sprechen. Nach Abpfiff werden viele nur mit dem Kopf schütteln. Der heutige 1:2-Sieg der Japaner kommt bei Betrachtung des Spielverlaufs jedoch nicht überraschend. Die Gründe für das Scheitern zum WM-Auftakt.

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1) Chancenwucher

26:12 Torschüsse standen für die deutsche Mannschaft am Ende zu Buche, doch lediglich der Elfmeter von Ilkay Gündogan und ein aberkannter Abpraller von Kai Havertz fanden ihren Weg ins Tor. In der ersten Halbzeit waren es vor allem Torschütze Gündogan und Jamal Musiala, die zahlreiche Chancen vergaben.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit waren es erneut Gündogan sowie Havertz, die mehrere gute Möglichkeiten nicht nutzen konnten. Auch Jonas Hofmann und Serge Gnabry verpassten es in der 70. Minute mehrfach, den Deckel drauf zu machen. Kurz vor Abpfiff, in der 95. Minute, kam noch einmal Leon Goretzka zum Abschluss, dessen Versuch von der Strafraumgrenze jedoch auch nichts mehr an der bitteren Niederlage ändern konnte.

2) Desolates Abwehrverhalten

Manuel Neuer, David Raum und Antonio Rüdiger sind von der Kritik an dem mangelhaften Defensivverhalten weitestgehend ausgenommen. Die zwei Tore der Japaner gehen vielmehr auf die Kappe von den bei Borussia Dortmund spielenden Nico Schlotterbeck und Niklas Süle, die bei beiden Gegentreffern keine gute Figur machten. DFB-Coach Hansi Flick sprach in der ‚ARD‘ von „individuellen Fehlern“, die zu der ärgerlichen Niederlage beigetragen haben.

Im Spiel gegen Spanien (Sonntag, 20 Uhr) könnte Flick folglich umstellen, um die Chancen auf den Achtelfinal-Einzug zu wahren. Eine Möglichkeit wäre es beispielsweise, Thilo Kehrer als Rechtsverteidiger auflaufen zu lassen. In der Innenverteidigung könnten Matthias Ginter und Armel Bella-Kotchap zu Alternativen werden.

3) Nicht alles war schlecht

Trotz der Enttäuschung über die Auftaktniederlage muss ebenfalls festgehalten werden, dass die deutsche Elf zeitweise so gut gespielt hat wie lange nicht. 74 Prozent Ballbesitz, 771 (gegenüber 270) gespielte Pässe und die bereits erwähnten 26 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache – die Niederlage hätte mit mehr Effizienz im Offensivspiel verhindert werden können.

Kehrt gegen die spanische Mannschaft die Präzision zurück, stehen die Chancen auf ein Weiterkommen nach wie vor nicht schlecht. Mit Niclas Füllkrug und Youssoufa Moukoko stehen Flick jedenfalls zwei Stürmer zur Verfügung, die in der laufenden Bundesligasaison bereits bewiesen haben, dass sie wissen, wo das Tor steht. Möglich, dass einer von ihnen gegen Spanien beginnen wird.

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