Mit großen Sorgen hatten die Fans von Werder Bremen nach der Saisonvorbereitung auf die neue Spielzeit geblickt. Unter Trainer Horst Steffen befindet sich der SVW aber im Aufwind – das liegt auch an den Neuzugängen, die erst sehr spät an Bord geholt wurden.
Karl Hein (23) – ohne Note
Nach dem Abgang von Michael Zetterer (30) zu Eintracht Frankfurt holte Werder Hein, der in Konkurrenz zu Mio Backhaus (21) treten sollte. Der Este kommt an Backhaus nicht vorbei, durfte in dessen Abwesenheit aber gegen den FC Bayern (0:4) und den FC St. Pauli (1:0) ran. Gerade gegen die Hamburger offenbarte er sein großes Potenzial.
Maximilian Wöber (27) – ohne Note
Wöber sollte die Defensive stabilisieren und zum Abwehrchef aufsteigen. Die Leihgabe von Leeds United verletzte sich jedoch vor dem ersten Spieltag am Oberschenkel im Pokal gegen Arminia Bielefeld (0:1). Seitdem fehlt er.
Isaac Schmidt (25) – ohne Note
Der dritte Leihspieler im Bunde ist Schmidt, der aktuell mit einer Fußverletzung ebenfalls ausfällt. Der Schweizer erlebte ein Traumdebüt, als er gegen Bayer Leverkusen (3:3) als Joker den Ausgleich erzielte und Bremen damit einen Punkt sicherte. Insgesamt kommt er bislang nach vier Einsätzen auf 101 Spielminuten.
Yukinari Sugawara (25) – Note 1
Schon jetzt ist Sugawara ein absoluter Publikumsliebling an der Weser. Der akribische Arbeiter benötigte keinerlei Anlaufzeit und beackert die rechte Abwehrseite beim SVW. Beim 4:0 gegen Borussia Mönchengladbach glänzte er als Vorbereiter, auch gestern gegen Union Berlin (1:0) legte er den Siegtreffer durch Marco Grüll (27) auf.
Cameron Puertas (27) – Note 3
Puertas muss sich nach seiner Zeit in Saudi-Arabien erst wieder an das Tempo im europäischen Fußball gewöhnen, zeigt in Ansätzen aber schon seine gesamte Klasse. Steffen setzte den Spanier bereits auf ganz unterschiedlichen Positionen ein, meist von Beginn an. Gestern waren dem Kreativspieler nur fünf Minuten vergönnt.
Victor Boniface (24) – Note 3,5
Mit großen Vorschusslorbeeren und großer Erwartungshaltung kam Boniface an die Weser und machte das halbe Dutzend an Leihspielern voll. Der Nigerianer hatte lange mit Fitnessproblemen zu kämpfen und sorgt darüber hinaus auf Social Media für Aufsehen, auf dem Rasen konnte er noch wenig Einfluss nehmen. Gegen Union durfte Boniface dann zum ersten Mal von Beginn an ran. 85 Minuten setzte Steffen auf den bulligen Stürmer, auf ein Tor im Werder-Dress muss er allerdings noch warten.
Samuel Mbangula (21) – Note 1,5
Für Aufsehen gesorgt hat Bremen mit dem Transfer von Mbangula für zehn Millionen Euro. Der zweitteuerste Transfer der Vereinsgeschichte (nach Davy Klaasen, 13,5 Millionen) verpasste Teile der Vorbereitung verletzt, in der Liga aber schlug er dann voll ein. Nach sieben Spielen steht der dribbelstarke Linksaußen bei zwei Toren und drei Vorlagen, gegen Gladbach glänzte er mit drei Scorern. Hier und da ist der Belgier noch etwas verspielt und taucht ab, die Ansätze zeigen aber schon, dass Werder in Mbangula ein guter Fang gelungen ist.
Steffen schafft das Maximum
Nach einer verkorksten Vorbereitung, unzähligen Verletzten, zu späten Transfers, dem Pokal-Aus und dem 1:4 gegen Eintracht Frankfurt zum Auftakt hatten nicht wenige Werder als klaren Abstiegskandidaten auf dem Zettel. Steffen hat sich der Liga und seinem Team aber schnell angepasst und holte zuletzt sieben Punkte aus drei Spielen, wodurch der Saisonstart mit elf Punkten aus acht Spielen dann doch gelungen ist. Mit seiner ruhigen und bestimmten Art hält Steffen sein Team voll auf Kurs. Geht es so weiter, könnte dem SVW eine ruhige Saison bevorstehen.
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