Tuchel platzt der Kragen: Öffentliche Kritik an seinen Spielern

2:2 endete die gestrige Begegnung zwischen Paris St. Germain und Girondins Bordeaux. Vor allem in der zweiten Halbzeit präsentierte sich die Mannschaft von Thomas Tuchel überraschend schwach. Nach der Partie ging der Trainer dann in die Offensive.

Thomas Tuchel erlebt Gegenwind in Paris
Thomas Tuchel erlebt Gegenwind in Paris ©Maxppp

Im Sommer stand Thomas Tuchel mit Paris St. Germain noch im Finale der Champions League. Rund drei Monate später wird 47-Jährige in der französischen Hauptstadt angezählt. Denn PSG tat sich in den vergangenen Wochen merklich schwer. In der Königsklasse droht das Vorrunden-Aus. In der Ligue 1 verlor die Tuchel-Elf in der vergangenen Woche nach 2:0-Führung mit 2:3 gegen die AS Monaco.

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Umstände, die sichtlich am Nervengewand des deutschen Trainers der Pariser zerrten. Nach der gestrigen Partie gegen Girondins Bordeaux (2:2) platzte Tuchel dann der Kragen. Der 47-Jährige hatte gerade mit angesehen, wie seine Mannschaft erneut eine Führung verspielte und vor allem in der zweiten Halbzeit all das vermissen ließ, was ein Spitzenteam eigentlich ausmacht.

Angriff in Richtung Spieler

Vor versammelten Pressevertretern richtete sich Tuchels Missmut dann auch gegen seine Spieler. „In der zweiten Halbzeit hat uns einfach alles gefehlt: Disziplin, Einstellung, Bemühen, wir sind dem taktischen Plan nicht gefolgt. So ist es nur logisch, dass wir die zweite Halbzeit verloren haben. Es war absolut verdient“.

Dann legte Tuchel noch nach: „Normalerweise beschütze ich meine Spieler, nach der Monaco-Niederlage habe ich das auch getan. Aber heute fallen mir keine Gründe dafür ein, die zweite Halbzeit zu verteidigen.“ Das Unentschieden fühle sich für ihn wie eine Niederlage an.

Trennung spätestens im Sommer

Ob die PSG-Fans die Einschätzung ihres Trainers teilen und die Schuld bei der Mannschaft suchen, ist fraglich. Tuchel ist zunehmend in die Kritik geraten. Dass sein auslaufender Vertrag noch einmal verlängert wird, ist mehr als unwahrscheinlich. Momentan ist Tuchel ein Trainer mit einem klaren Ablaufdatum. Das weiß er, das weiß aber auch die Mannschaft – die Spannung in einer solchen Situation hochzuhalten, gleicht einer Mammutaufgabe.

Dennoch resigniert Tuchel nicht. Der PSG-Coach kündigte ein Team-Meeting für den heutigen Sonntag an: „Wir werden reden, wir werden das Team analysieren, auf ehrliche Art und Weise.“ Ob die Gespräche Früchte tragen, wird sich am Mittwoch zeigen. Dann gastieren die Pariser in der Champions League bei Manchester United – im Falle einer Niederlage könnte die Stimmung in Paris endgültig kippen.

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