Dembélé bei Barça: 1000 Tage Missverständnis

Seit fast drei Jahren spielt Ousmane Dembélé nun beim FC Barcelona. Richtig glücklich wurde der zweitteuerste Neuzugang der Vereinsgeschichte in Katalonien bislang nicht. Auch aufgrund zahlreicher Fehltritte stellte sich der Franzose immer wieder selbst ein Bein. FT blickt zurück.

Ein typisches Bild: Ousmane Dembélé muss verletzt vom Platz
Ein typisches Bild: Ousmane Dembélé muss verletzt vom Platz ©Maxppp

Im Sommer 2017 verließ Ousmane Dembélé Borussia Dortmund und wechselte für 105 Millionen Euro zum FC Barcelona. Dazu vereinbarte man erfolgsabhängige Zusatzzahlungen in Höhe von weiteren 40 Millionen Euro. Der damals 20-Jährige stieg damit zum bis dato teuersten Neuzugang der Vereinsgeschichte auf.

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Bei den Katalanen sollte Dembélé den Verlust von Superstar Neymar kompensieren. Drei Wochen nach dem Abschied des Brasilianers in Richtung Paris schlug das Ausnahmetalent seine Zelte im Camp Nou auf. Doch nach fast drei Jahren wartet Barça immer noch auf den großen Durchbruch des Franzosen.

Verletzungssaga & Fehltritte

Einen Löwenanteil daran haben die teils schweren Verletzungen, die dem Flügelspieler oft einen Strich durch die Rechnung machten. Am 16. September 2017 gab Dembélé sein Startelf-Debüt für die Katalanen – und musste nach 29 Spielminuten bereits vom Feld. Ein Sehnenriss im Oberschenkel setzte ihn für über drei Monate außer Gefecht. Kurz nach seiner Rückkehr im Januar folgte ein Muskelbündelriss.

Seine Debüt-Saison beendete der Neuzugang vom BVB mit wenig rekordverdächtigen vier Treffern und acht Assists in 23 Pflichtspielen. Fast ein Jahr blieb Dembélé verletzungsfrei und spielte mit 23 Scorerpunkten seine statistisch beste Saison für die Katalanen. Doch schon bald gesellten sich zu den häufigen Verletzungen Probleme abseits des Platzes dazu.

Fernbleiben von Teamsitzungen, Zuspätkommen am Trainingstag, Ignorieren von Anrufen des Klubs – immer öfter schrieb der 23-Jährige negative Schlagzeilen und ließ den Sport in den Hintergrund rücken. Als sich sein ehemaliger Privat-Koch Mickael Maya öffentlich zum unprofessionellen Lebenswandel des Offensivspielers äußerte, hatte Dembélé endgültig den Status als Problemfall erreicht.

Vergebliches Vertauen von Setién

Insgesamt stehen für den hochveranlagten Dribbler 97 Pflichtspiele zu Buche, in denen ihm 19 Treffer und 17 Assists gelangen. Dem gegenüber stehen 66 verpasste Partien aufgrund von neun unterschiedlichen Verletzungen. „Er hat ein Martyrium hinter sich“, äußerte der neue Barça-Coach Quique Setién im Januar, „er ist ein guter Spieler, der uns helfen könnte, weil er viel Schnelligkeit hat und große Voraussetzungen, aber wenn er keine Kontinuität hat…“

Ob Dembélé jemals eine Partie für seinen neuen Trainer absolvieren wird, ist fraglich. Bis August wird er seinem Klub wegen einer erneuten Oberschenkelverletzung fehlen. 2022 läuft sein Vertrag in Katalonien aus. Barças Geduld scheint mittlerweile aufgebraucht, in Katalonien denkt man mittlerweile an einen Verkauf des Rechtsaußen. So richtig glücklich mit dem Rekord-Deal von 2017 wurde wohl nur Borussia Dortmund.

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