„Glückliche Dias-Tage“: City-Neuzugang Dias auf Kompanys Spuren?

Mit zwei Toren schoss Innenverteidiger Rúben Dias die portugiesische Nationalmannschaft am gestrigen Abend im Nations League-Spiel gegen Kroatien (3:2) zum Sieg. Doch nicht nur bei der Nationalmannschaft überzeugt der 23-Jährige. Auch bei Manchester City hat er sich nach seinem Wechsel im Sommer schnell zur festen Größe entwickelt – und wird sogar schon mit einer wahren Vereinsikone verglichen.

Nathan Aké und Rúben Dias harmonieren direkt miteinander
Nathan Aké und Rúben Dias harmonieren direkt miteinander ©Maxppp

21 Jahre ist es her, dass ein Abwehrspieler für die portugiesische Nationalelf zum letzten Mal zwei Tore in einem Spiel erzielte. Rúben Dias, dem dieses Kunststück gestern gegen Kroatien gelang, war damals also gerade einmal zwei Jahre alt. Am Tag nach dem beeindruckenden Auftritt ist der Manchester City-Profi in seiner Heimat der gefeierte Held. „Es gibt glückliche Dias-Tage“ (im Portugiesischen „Há Dias felizes“), titelt die portugiesische Sportzeitung ‚A Bola‘ als Wortspiel in Anlehnung an den Namen des 23-Jährigen.

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In einer Partie, in der weder Starspieler Cristiano Ronaldo noch Liverpools Durchstarter Diogo Jota vollends überzeugten, war es Dias, der mit seinem Ausgleichstor zum zwischenzeitlichen 1:1 und nicht zuletzt mit dem Siegtreffer zum 3:2 in der Nachspielzeit zum Garant für den Erfolg der Portugiesen über den WM-Finalisten von 2018 wurde.

Citys neuer Abwehrstabilisator

Viel Geld hatte Manchester City in den vergangenen Jahren in Abwehrspieler investiert. Ob John Stones, Benjamin Mendy, Kyle Walker oder Aymeric Laporte – alle kosteten mehr als 50 Millionen Euro Ablöse, doch keiner von ihnen konnte die Defensive wirklich nachhaltig stabilisieren. Im Sommer legten die Skyblues dann noch einmal nach: Nathan Aké kam für 45 Millionen Euro vom AFC Bournemouth, für Rúben Dias von Benfica Lissabon gab man 68 Millionen aus.

Tatsächlich zahlt sich insbesondere der Dias-Transfer für die Citizens bisher voll aus. In den sieben Spielen, in denen der portugiesische Neuzugang auf dem Platz stand, kassierte die Mannschaft von Pep Guardiola nur vier Gegentore. Zum Vergleich: Allein an den ersten beiden Spieltagen vor der Verpflichtung von Dias waren es sechs Gegentreffer.

Der spanische Übungsleiter ließ keine Möglichkeit aus, den 22-fachen portugiesischen Nationalspieler zu loben. „Dias hat sich wirklich gut eingefunden, er gibt uns Persönlichkeit und Charisma in der letzten Linie“, hatte Guardiola Ende Oktober nach dem 1:0-Sieg seiner Mannschaft über Sheffield United gesagt. Nicht nur mit seiner soliden Defensivarbeit und seiner Führungsstärke überzeugt Dias aktuell. Der 1,87 Meter große Rechtsfuß hat auch im Aufbauspiel seine Stärken und verkörpert damit genau das, was Guardiola sich von einem Innenverteidiger wünscht.

Der neue Kompany?

In den englischen Medien wurden gar schon Vergleiche zu Abwehr-Legende Vincent Kompany gezogen. Der Belgier war von 2008 bis 2019 für City aktiv und prägte eine Ära. Zwar lehnt Guardiola den Vergleich ab, Großes traut er Dias aber dennoch zu: „Vincent war einzigartig. Aber Dias ist erst 23 Jahre alt. Rúben ist der Typ Anführer, ein Typ, der nach kurzer Zeit das Spiel anführen wird.“

Noch ist es definitiv zu früh, um zu sagen, ob Dias die Mannschaft über Jahre hinweg führen und prägen kann, wie Kompany dies einst tat. Aber zu Saisonbeginn zeigt sich bereits, dass er sicherlich die Anlagen dazu mitbringt.

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