Bayern-Talente: Verlängert, um zu gehen?

Der FC Bayern hat sich eine verbesserte Nachwuchsarbeit auf die Fahnen geschrieben. Diese hat aber nicht nur den Durchbruch von Eigengewächsen bei den eigenen Profis zum Ziel.

Christian Früchtl beim Warm-up
Christian Früchtl beim Warm-up ©Maxppp

Christian Früchtl (21) und Malik Tillman (19) seien „ausgezeichnete Beispiele für unsere Nachwuchsarbeit“, stellte Hasan Salihamidzic im Zuge der Vertragsverlängerungen am gestrigen Donnerstag fest. Und traf dabei den Nagel auf den Kopf.

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Denn die Verlängerungen passen ins Bild: Früchtl verlängerte seinen auslaufenden Vertrag nicht etwa langfristig, wodurch man gezeigt hätte, dauerhaft mit dem Torhüter zu planen. Sondern nur um ein Jahr, um einen ablösefreien Wechsel im kommenden Sommer zu verhindern. Mit Alexander Nübel (24) holte der FCB ja bereits 2020 einen externen Perspektiv-Keeper.

Negativ-Beispiel Stiller

Die Münchner stecken viel Arbeit in die Ausbildung ihrer Talente. Abgänge zum Nulltarif, wie im vergangenen Sommer Angelo Stiller (20), den es nach Hoffenheim zog, schmerzen. Längst hat man in München erkannt, dass man mit dem eigenen Nachwuchs Transferwerte schaffen kann, auch ohne, dass die Talente den schwierigen Durchbruch bei den Profis schaffen.

Beispiel Chris Richards: Der Innenverteidiger kam bei den FCB-Profis zu einigen Teileinsätzen und wurde nun zum zweiten Mal nach Hoffenheim verliehen. Dort reift der US-Amerikaner zum Bundesliga-Spieler und schraubt an seinem Wert. Ebenso wie Spieler wie Joshua Zirkzee (20, RSC Anderlecht) oder Lars Lukas Mai (21, Werder Bremen).

Macht Richards noch riesige Entwicklungssprünge, könnte er auch nochmal eine Alternative für den eigenen Profikader werden. In erster Linie erhöhte der FCB mit der Vertragsverlängerung bis 2025 aber den Verkaufswert des 21-Jährigen, den man schon im abgelaufenen Transferfenster am liebsten zu Geld gemacht hätte.

Talente en masse

In den Reihen des Rekordmeisters finden sich noch weitere Talente wie Torben Rhein (18), Armindo Sieb (18), Bright Arrey-Mbi (18) oder Christopher Scott (19), die im Optimalfall eines Tages zu Mitgliedern des Profikaders werden sollen. Falls nicht, sollen sie aber immerhin Erlöse bringen. Und auch diesem Zweck dienen Vertragsverlängerungen wie die von Früchtl und Tillman. Letzterer band sich bis 2024 und hat nun die Chance, sich bei den Profis zu beweisen. Gelingt das nicht, wird auch bei ihm eine wertsteigernde Leihe zum Thema.

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