Koemans Barça: (Noch) keine Zeit für Neuzugänge

Rund 127 Millionen Euro gab der FC Barcelona auf dem Sommertransfermarkt aus. Mit Spielern wie Trincão, Pjanic, Dest & Co. sollte die Ära von Ronald Koeman in Schwung gebracht werden. Entscheidend weitergebracht hat die Katalanen bislang kaum einer der Neuzugänge.

Cheftrainer Ronald Koeman (r.) stehen fünf Neuzugänge zur Verfügung
Cheftrainer Ronald Koeman (r.) stehen fünf Neuzugänge zur Verfügung ©Maxppp

Es lief bereits die 81. Spielminute im Clásico zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid, als die Rückennummer 17 von Trincão zur Einwechslung auf der Schiedsrichtertafel auftauchte. Für den 31 Millionen Euro teuren Sommereinkauf vom SC Braga sollte es am vergangenen Wochenende der kürzeste seiner insgesamt fünf Jokereinsätze in La Liga werden.

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Bis auf einen Startelfeinsatz beim 5:1-Sieg über Ferencváros in der Champions League kommt der Außenstürmer unter Barça-Coach Ronald Koeman noch nicht zur Geltung. Dabei zeigte der 20-jährige Portugiese gegen die Ungarn gute Ansätze und konnte seine Gegenspieler im Eins-gegen-Eins ausdribbeln und seine gute Grundgeschwindigkeit auf den Platz bringen.

Pedri nutzt die Chance

Das Problem: Bislang setzte der ehemalige Bondscoach auf Trincãos Position hauptsächlich auf Antoine Griezmann – dem deutlich teureren Sommereinkauf aus dem Vorjahr. Jemand, der seine wenigen Chancen bislang besser zu nutzen weiß, ist Pedri. Für fünf Millionen Euro vom zweitklassigen UD Las Palmas gekommen ist der 17-Jährige die Entdeckung der noch jungen Saison.

Bislang pendelt der Teenager zwischen dem linken und dem rechten Flügel sowie der Zehner-Position und kommt bereits auf zwei Startelfeinsätze in La Liga. Seinen größten Auftritt hatte der Youngster, der im Sommer auch beim FC Bayern und Borussia Mönchengladbach auf dem Einkaufszettel stand, in der Partie gegen Juventus Turin in der Champions League.

Über 90 Minuten zauberte der 1,77 Meter große Rechtsfuß gegen die Alte Dame und ließ selbst die Real-nahe ‚Marca‘ schwärmen: „Ein Star ist geboren.“ Pedri scheint nach ersten guten Auftritten ein Baustein für eine erfolgreiche Zukunft zu sein.

Dest & Pjanic mit Luft nach oben

Noch nicht so richtig angekommen beim FC Barcelona sind Sergiño Dest und Miralem Pjanic. Vor allem beim 19-jährigen US-Amerikaner macht sich die fehlende Vorbereitung mit dem Team von Koeman bemerkbar. Die ersten drei Spieltage absolvierte der Rechtsverteidiger noch für seinen Ex-Klub Ajax Amsterdam.

Vier Einsätze kann Dest bislang verbuchen, sein stärkstes Spiel für die Blaugrana bestritt der Abwehrspieler im jüngsten Ligaspiel bei der 1:3-Niederlage gegen Real Madrid. Ein Zeichen, dass der im Sommer auch vom FC Bayern begehrte Außenverteidiger nach ersten Anpassungsproblemen nachhaltig in Schwung kommen könnte.

Für viel Wirbel sorgte im abgelaufenen Transferfenster der Spielertausch zwischen Pjanic und Arthur. Der offiziell vermerkten 60-Millionen-Ablöse, die der 30-Jährige Barça kostete, konnte er in mickrigen 27 La Liga-Pflichtspielminuten noch nicht gerecht werden.

Pjanic überzeugt gegen Juve

Ausgerechnet beim direkten Aufeinandertreffen von Juventus und Barcelona am Dienstag schlug bisher die größte Stunde des Neuzugangs. Die Alte Dame schien das kreative Passspiel von Pjanic zu vermissen. Beim 2:0-Sieg der Katalanen stach der Sechser mit seinen Aktionen das Juve-Mittelfeld deutlich aus: Von den zweitmeisten Pässen (96) brachte der Rechtsfuß 87 Prozent an den Mann, zudem hatte er die drittmeisten Ballkontakte aller Akteure auf dem Rasen.

Pjanics Auftritt in der Königsklasse macht Hoffnung, dass der Bosnier bei ausreichend Spielzeit dem Spiel der Katalanen nachhaltig seinen Stempel aufdrücken kann. Noch komplett ohne Bewertungsmöglichkeit ist dagegen Matheus Fernandes. Bislang musste der 22-jährige Brasilianer aufgrund von muskulären Problemen aussetzen. Gut möglich, dass der Sechser im November seine Chance erhält. Viele Gelegenheiten zu Beginn darf aber wohl auch er nicht erwarten.

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