Systemumstellung und Intensität: Neuer Ansatz beim HSV

In der vergangenen Saison kam der Hamburger SV der Rückkehr in die Bundesliga so nah, wie noch nie in seiner Zweitligazeit. In Jahr fünf und gleichzeitig in Jahr zwei unter Tim Walter wollen es die Rothosen mit einem neuen Ansatz besser machen.

László Bénes und Ransford-Yeboah Königsdörffer werden die neuen Gesichter beim HSV
László Bénes und Ransford-Yeboah Königsdörffer werden die neuen Gesichter beim HSV ©Maxppp

Beim Hamburger SV findet im fünften Zweitligajahr ein Paradigmenwechsel statt. Da wäre zum einen Trainer Tim Walter, der als erster HSV-Coach in sein zweites Zweitligajahr gehen darf. Im Raum steht sogar eine vorzeitige Verlängerung mit dem Ballbesitzfanatiker – es wäre die erste Trainerverlängerung bei den Rothosen seit 2017. Zum anderen hat sich der Ton bei den Hanseaten deutlich verschärft.

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Wurde in den Vorjahren das Aufstiegsthema energisch ausgeklammert, ließen die Worte von Sportvorstand Jonas Boldt zum Trainingsauftakt keinen Spielraum in der Interpretation: „Wenn wir über Entwicklung reden, sollte es dieses Jahr ein Schritt mehr sein. Dementsprechend nehmen wir die Herausforderung Aufstieg an. Wir sind alle bereit.“

Auch Cheftrainer Walter hat konkrete Vorstellungen von der Weiterentwicklung seiner Ballbesitz orientierten Mannschaft: „Wir wollen noch mehr Intensität in unserem Spiel haben, aber wir haben auch eine gute Ruhe in unserem Spiel. Wir wollen trotzdem, dass wir wieder die beste Abwehr haben. Wir wollen noch besser verteidigen, wir wollen noch intensiver und härter verteidigen. Weil die Mannschaften die gegen uns spielen immer sehr hat und engagiert spielen und diese Gangart müssen wir mitgehen können.“

Neues System & neue Gesichter

Auch vor der Grundformation der Rothosen macht die angesprochene Weiterentwicklung nicht halt. Der bevorstehende USA-Wechsel von Spielmacher Sonny Kittel, der in 33 Ligaspielen 25 Scorerpunkte beisteuerte, reißt eine Lücke ins offensive Mittelfeld. Doch künftig soll es das gar nicht mehr geben. Statt einem offensiven 4-3-3 planen die Hanseaten eine Umstellung auf ein 4-4-2.

Robert Glatzel bekommt im Sturmzentrum einen Partner an die Seite gestellt. U21-Nationalspieler Ransford-Yeboah Königsdörffer soll künftig an der Seite des Sturmtanks wirbeln. Der Transfer des 20-Jährigen von Dynamo Dresden steht unmittelbar bevor, wie auch der von László Bénes.

Unter Walter erlebte der Gladbach-Profi als Leihspieler bei Holstein Kiel in der Rückrunde 2019 seine stärkste Karrierephase. Bénes dürfte im Mittelfeldzentrum Kittel beerben und gemeinsam mit Ludovit Reis ein lauf- sowie spielstarkes Achter-Gespann bilden. Die wohl größte Kaderbaustelle bleibt zunächst die Besetzung auf den offensiven Flügeln, auf die auch Kittel immer wieder auswich.

Bakery Jatta war auf seiner rechten Seite in der vergangenen Spielzeit konkurrenzlos. Mit Filip Bilbija (22, ablösefrei vom FC Ingolstadt) steht bereits ein Neuzugang fest. Mit Jean-Luc Dompé (26) vom SV Zulte Waregem hat der HSV einen weiteren Flügelspieler an der Angel. Der Verkauf von Eigengewächs Josha Vagnoman für rund sechs bis acht Millionen Euro soll das erhoffte Transferbudget für die neuen Pläne einbringen.

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