In fast genau drei Monaten beginnt die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada. Dieser Tage haben bereits einige Profis den Verband gewechselt – andere könnten noch folgen, um sich den Traum von der WM-Teilnahme zu erfüllen.
In trockenen Tüchern
Ab sofort stehen Trainer Ralf Rangnick zwei neue spannende Optionen für das Mittelfeld zur Verfügung. Carney Chukwuemeka (22) von Borussia Dortmund und Paul Wanner (20) von der PSV Eindhoven sind für die österreichische Nationalmannschaft spielberechtigt, wie aus der FIFA Change of Association Platform offiziell hervorgeht.
Chukwuemeka, als Sohn nigerianischer Eltern in Wien geboren, durchlief in seiner Jugend die englischen U-Teams und entschied sich jetzt für den ÖFB, bei dem seine Chancen auf eine WM-Teilnahme deutlich größer ausfallen dürften. Rangnick soll sich intensiv um den BVB-Profi bemüht haben.
Auch Wanner wird künftig für die Alpenrepublik auflaufen. Am Freitag verkündete der Ex-Bayern-Youngster seine Entscheidung gegen den DFB, die er als „wahrscheinlich schwerste meiner Karriere“ bezeichnete. Berichten zufolge hat der ÖFB den Linksfuß mit der Aussicht auf einen festen Platz im WM-Kader überzeugt.
In der vergangenen Woche vollzog Rani Khedira (32) ebenfalls seinen Nationenwechsel. Der Sechser von Union Berlin darf mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit mit der tunesischen Auswahl zur WM fahren. Der Verband der Nordafrikaner hatte bereits 2018 um Khedira geworben, mit acht Jahren Verspätung steht der jüngere Bruder von Deutschlands 2014er-Weltmeister Sami Khedira nun vor seinem ersten Turnier.
Wer könnte folgen?
Im Sommer mit der Elfenbeinküste nach Nordamerika reisen könnte Elye Wahi (23). Der in Frankreich geborene Angreifer, derzeit von Eintracht Frankfurt an den OGC Nizza verliehen, hat in Paris das offizielle Verfahren eingeleitet, um einen ivorischen Pass zu erhalten. Wird Wahi beim XXL-Turnier in der Gruppenphase gegen die deutsche Mannschaft stürmen?
Von der WM-Teilnahme träumt auch Unions Danilho Doekhi (27). Der Innenverteidiger war früher für die niederländische U21 am Ball und will nun an der Seite von Mainz-Stürmer Sheraldo Becker (31) für Suriname auflaufen. Die FIFA-Genehmigung lässt aber schon länger auf sich warten, dazu muss der südamerikanische Inselstaat für ein WM-Ticket Ende März noch durch die Playoffs.
Derweil haben sich einige DFB-Talente bislang nicht entschieden, für welches Nationalteam sie spielen möchten. Nicolò Tresoldi (21), für den mehrere Bundesligisten Anfragen für einen Sommerwechsel eingereicht haben, trifft regelmäßig für die deutsche U21 (zehn Tore in 24 Einsätzen). Allerdings hat der Angreifer vom FC Brügge auch das Interesse des italienischen Verbands geweckt.
Mio Backhaus (21) könnte aufgrund der Herkunft seiner Mutter neben Deutschland auch für Japan den Kasten hüten. Im Oktober wurde berichtet, dass der Rekordsieger der Asienmeisterschaft konkret um die Nummer eins von Werder Bremen wirbt. Noch hat der deutsche U21-Keeper keine Entscheidung getroffen – ob die Japaner ihre Bemühungen noch vor der WM intensivieren, bleibt abzuwarten.