Ohne Europa: Krösche-Taktik vor dem Ende?
Auch dem neuen Heilsbringer Albert Riera wollte bei seinem Auftakt auf der Eintracht-Bank kein Sieg gelingen – dabei muss der Turnaround bei der SGE schnellstmöglich gelingen. Sollte die Eintracht die Qualifikation für den Europacup verpassen, drohen drastische Konsequenzen.
Einmal mehr gelang Eintracht Frankfurt gegen Union Berlin (1:1) am vergangenen Freitag aufgrund eines individuellen Fehlers kurz vor Schluss kein Sieg. Seit sieben Bundesligapartien warten die Hessen auf einen Dreier – daran konnte auch der neue Trainer, Albert Riera, nichts ändern.
Der Spanier ist zwar neu bei der SGE, doch eine lange Eingewöhnungszeit darf sich der 43-Jährige nicht erlauben. Bereits jetzt hat der Tabellenachte acht Punkte Rückstand auf die Top Sechs, dabei hat Bayer Leverkusen auf dem 6. Platz noch ein Nachholspiel in der Hinterhand. Das Worst-Case-Szenario der Frankfurter nimmt Formen an, denn die Qualifikation für den Europapokal ist eigentlich alternativlos – will man weitermachen wie bisher.
Zweigleisige Planung
Das bestätigte Vorstandssprecher Axel Hellmann noch vor dem Spiel gegen Union in der vergangenen Woche auf der SPOBIS-Konferenz in Hamburg: „Für die nächste Saison muss man zweigleisig planen.“ Sollten die Hessen die Saison außerhalb der internationalen Ränge abschließen, droht ein Umbruch in mehrfacher Hinsicht.
Dann müsste der teure Kader der Frankfurter deutlich verkleinert werden. Zudem droht mehr als ein großer Abgang. Relativ klar ist schon jetzt, dass Senkrechtstarter Nathaniel Brown (22) den Klub trotz eines laufenden Vertrags bis 2030 im Sommer verlassen wird. Weitere könnten folgen.
Frankfurt gehen die Argumente aus
Der Verlust wichtiger Leistungsträger ist für den Klub in den vergangenen Jahren zwar Normalität gewesen und gehört zum Wirtschaftsmodell der SGE, doch diese konnten von Sportvorstand Markus Krösche und seinem Scoutingteam immer wieder durch junge, aufregende Talente ersetzt werden. Damit könnte jedoch plötzlich Schluss sein.
Denn ohne die Teilnahme am Europapokal würde Krösche ein großes Faustpfand bei möglichen Verhandlungen fehlen. Immerhin wollen vielversprechende Youngster auch auf der europäischen Bühne auf sich aufmerksam machen. In der aktuellen Saison durfte die Eintracht gar in der Champions League antreten – wenn auch mit sehr bescheidenem Erfolg.
„Der Markt hat sich verändert“
Zudem könnte Frankfurt im Sommer auch das Budget für Verhandlungen fehlen. „Der Markt hat sich verändert. Die Preise für Talente sind explodiert. Das ist ein großes Problem für uns“, so Hellmann. Die Preise steigen immer weiter – ein großer budgetärer Einschnitt könnte das bisherige Transfermodell der Eintracht im Sommer so unmöglich machen.
Nicht umsonst wirft die Eintracht ihren Hut im Kampf um den womöglich ablösefreien Grischa Prömel (31) in den Ring.
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