Ex-Leipziger Augustin: Der nächste Tiefpunkt

Einst war er bei RB Leipzig hoffnungsvoll gestartet, doch die Karriere von Jean-Kévin Augustin ist schon länger auf dem absteigendem Ast. Jetzt ist es zum traurigen Tiefpunkt gekommen.

Jean-Kévin Augustin ist noch bis 2022 beim FC Nantes unter Vertrag
Jean-Kévin Augustin ist noch bis 2022 beim FC Nantes unter Vertrag ©Maxppp

Der nächste, vielleicht sogar größte Tiefpunkt in der noch jungen Karriere des Jean-Kévin Augustin: Antoine Kombouaré, der bereits vierte Trainer des FC Nantes in der aktuellen Spielzeit, hat den Stürmer zusammen mit Thomas Basila (21) und Bridge Ndilu (20) für den Rest der Saison in die Reserve-Mannschaft verbannt. Das berichtet die Tageszeitung ‚Ouest-France‘.

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Grund für die Degradierung des 23-Jährigen sind einmal mehr anhaltende Fitness-Probleme. Schon im Dezember sagte sein damaliger Trainer Christian Gourcuff, dass Augustin in seiner aktuellen Form „nicht wettbewerbsfähig“ sei. Ein Zustand, der schon die gesamte Saison über anhält und aufgrunddessen Nachfolger Kombouaré nun die Faxen dicke hatte.

Es ist der traurige Tiefpunkt einer ohnehin schon völlig verkorksten Saison, in der Augustin gerade einmal auf 33 Einsatzminuten, verteilt auf drei Einsätze, kommt. Der Letzte datiert vom 28. November. Seitdem stand der exzentrische Franzose nicht einmal mehr im Kader des FCN. Und das, obwohl dem abstiegsgefährdeten Klub (Rang 17) ein waschechter Torjäger gut zu Gesicht stehen würde.

Vielversprechender Start

Dass Augustin ein solcher sein kann, hat er bereits unter Beweis gestellt. Gerade 18 war er geworden, als er für die Profimannschaft von Paris St. Germain debütierte. Drei Monate später erzielte er sein erstes Tor im Herrenfußball. Es folgte eine weitere Saison als Rotationsspieler im Parc des Princes, bevor der damals 20-Jährige den Entschluss fasste, den nächsten Schritt in der Bundesliga bei RB Leipzig gehen zu wollen.

Eine Entscheidung, die sich zunächst auszuzahlen schien. 37 Mal kam der Rechtsfuß in der ersten Saison zum Einsatz, erzielte dabei zwölf Tore und legte sechs weitere auf. In der zweiten Spielzeit 2018/19 waren es immerhin noch acht Tore und zwei Vorlagen in 30 Einsätzen. Gerade zum Ende der Saison, als Augustin in acht aufeinanderfolgenden Bundesliga-Partien nicht zum Einsatz kam, merkte man jedoch, dass es bei RB keinen wirklichen Platz mehr für den 1,80-Mann gab.

Der Beginn der Odyssee

Es folgte im Sommer die Leihe zur AS Monaco, bei der dem gebürtigen Pariser in zehn Einsätzen nicht eine Torbeteiligung gelang. Folgerichtig war das Abenteuer nach einem halben Jahr schon wieder vorbei und der damalige englische Zweitligist Leeds United sicherte sich seine Dienste. Zunächst auf Leihbasis, für den Aufstiegsfall mit einer Kaufverpflichtung über 21 Millionen Euro.

Es folgte der bis dahin größte Tiefpunkt: Auf gerade einmal drei Teileinsätze konnte Augustin nach einem halben Jahr zurückblicken. Eine Zukunft hatte er auch in England nicht. Problematisch war nur, dass Leeds auch ohne die Hilfe des Franzosen der Aufstieg gelang und somit die Kaufverpflichtung griff – sollte man zumindest meinen. Tatsächlich begann während der Leihe die Coronavirus-Pandemie, die den Terminkalender der Fußballklubs nach hinten verschob. So kam es, dass die Leihe des Franzosen am 30. Juni auslief und Leeds erst am 18. Juli der Aufstieg gelang. Die Engländer argumentieren nun, die Ablöse nicht zahlen zu müssen – der Rechtsstreit dauert bis heute an.

Für Augustin, der bei beiden Vereinen keine Zukunft mehr hatte, öffnete sich eine dritte Tür in Form des FC Nantes. Ein Neuanfang sollte her. Über den Ausgang herrscht spätestens jetzt traurige Gewissheit. Nicht einmal zwölf Monate später muss ein weiterer Neustart her, diesen sollte der 23-Jährige dringend nutzen, möchte er seine Karriere nicht komplett vor die Wand fahren.

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