United ohne de Gea: Hendersons Sechs-Spiele-Chance

Mitten in der heißesten Phase der Saison wird Manchester United mehrere Wochen ohne Stammtorhüter David de Gea auskommen müssen. Für seinen Vertreter Dean Henderson bietet sich die Gelegenheit, auf die das Eigengewächs jahrelang gewartet hat.

Dean Henderson will bei Manchester United die Nummer eins werden
Dean Henderson will bei Manchester United die Nummer eins werden ©Maxppp

Die Torhütersituation bei Manchester United könnte sich in den kommenden Wochen dramatisch ändern. Beim gestrigen 0:0 der Red Devils bei Crystal Palace war David de Gea bereits nicht mehr Teil des Kaders. Während sich Ole Gunnar Solskjaer zu den Umständen für die Abwesenheit seiner Nummer eins nicht äußern wollte, scheint die ‚Daily Mail‘ den wahren Grund herausgefunden zu haben.

Unter der Anzeige geht's weiter

Der Tageszeitung zufolge befindet sich der 30-jährige Schlussmann in seiner spanischen Heimat, um seiner hochschwangeren Partnerin beizustehen und die Geburt seines ersten Kindes zu erleben. Solskjaer erteilte de Gea die Erlaubnis, sich bis nach der Länderspielpause Ende März Zeit für die Familie zu nehmen.

Somit stand am gestrigen Abend gegen die Eagles folgerichtig Dean Henderson zwischen den Pfosten, der Vertreter des langjährigen Platzhirsches. Der 23-jährige Engländer nutzte die Chance prompt und glänzte gegen Crystal Palace mit starken Paraden. Kurz vor Schluss entschärfte Henderson eine Großchance von Patrick van Aanholt und sicherte United somit einen Punkt bei den Londonern.

Schlüsselspiele warten

Für den jungen Keeper war es der Auftakt für die kommenden Wochen, in denen gleich mehrere wichtige Partien ins Haus stehen. In der Premier League treffen die Red Devils auf Stadtrivale Manchester City sowie Überraschungsteam West Ham United. Dazu kommen das Europa League-Duell gegen den AC Mailand und das FA Cup-Viertelfinale gegen Leicester City – die Aufgaben könnten für Henderson also kaum fordernder sein.

Gleichzeitig hätte Uniteds Eigengewächs, das seit seinem 14. Lebensjahr für den Klub spielt, wohl keine bessere Gelegenheit erwischen können, um seinen Anspruch als Nummer eins zu stellen. Bislang kam der de Gea-Stellvertreter hauptsächlich in sportlich untergeordneten Partien im Pokal zum Einsatz, dabei hatte er sich vor der Spielzeit deutlich mehr versprochen.

Die Ziegelmauer von Sheffield

Im vergangenen Sommer kehrte Henderson nach insgesamt zwei Leihjahren bei Sheffield United ans Old Trafford zurück. Bei den Blades hatte sich der Schlussmann zu einem der spannendsten Akteure auf seiner Position und zum wahren Stürmer-Alptraum gemausert.

In der Saison 2018/19 verhalf der damals erst 21-Jährige Sheffield mit einer bärenstarken Saison zum Aufstieg in die Premier League und beendete damit die 13-jährige Durststrecke des Klubs. In 46 Pflichtspielen musste Henderson lediglich 41 Mal hinter sich greifen und blieb überragende 21 Partien ohne Gegentor.

Da Henderson auch während der Folgesaison im Oberhaus exzellente Leistungen zeigte, entschied sich Manchester United zu einem kolossalen Bekenntnis zu seinem Eigengewächs. Im August setzte der Engländer die Unterschrift unter einen brandneuen Fünfjahresvertrag, darüber hinaus besteht die Option auf eine Verlängerung um ein sechstes Jahr – mehr Zukunftsversprechen geht nicht.

„Er wird eines Tages die Nummer eins“

Bislang sprang in dieser Saison allerdings noch nicht der von Henderson erhoffte Sprung zur Nummer eins der Red Devils hinaus. Obwohl Solskjaer einst prophezeite: „Ich denke, Dean hatte ein paar fantastische Jahre bei Sheffield United und ich glaube, dass er am Ende die Nummer eins in England und bei Manchester United sein wird.“

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der 23-Jährige seinen sieben Jahre älteren Kollegen adäquat vertreten kann. Sollte er die erhofften Leistungen zeigen und sein Team in gleich mehreren Wettbewerben in die nächste Runde verhelfen, wartet auf Solskjaer ein Dilemma.

Henderson ist jedenfalls bereit, für den Status als Nummer eins auch andere Gelegenheiten liegen zu lassen. Die Gerüchte um ein Interesse von Borussia Dortmund wurden auch mit dem Hinweis eingeschränkt, dass sich der Torwart zunächst bei seinem Jugendklub durchsetzen will – die passende Gelegenheit erhält er nun dazu.

Weitere Infos

Kommentare