Nach Upamecano-Saga: Hoeneß feuert knallhart gegen Berater
Uli Hoeneß sorgt erneut für Aufsehen. Nach dem zähen Poker mit Dayot Upamecano sagt Bayerns Ehrenpräsident den Beratern dieser Welt den Kampf an. Der Klub-Patron kündigt Veränderungen bei den Münchnern an.
Am Freitag verkündete der FC Bayern die Verlängerung mit Dayot Upamecano (27) bis 2030. Der Unterschrift vorausgegangen war ein monatelanger Poker. Neben dem Gehalt, das nun bei bis zu 20 Millionen Euro jährlich liegen soll, und einer ab 2027 gültigen Ausstiegsklausel über kolportierte 65 Millionen war das Thema Handgeld der Streitpunkt in den Verhandlungen. Letztlich wurde sich Berichten zufolge auf eine Unterschriftsprämie im Bereich von 20 Millionen geeinigt.
Bereits vor rund zwei Wochen zeigte sich Uli Hoeneß vom Verhalten der Upamecano-Berater „entsetzt“. Im Interview mit der ‚Bild‘ legt der Ehrenpräsident des deutschen Rekordmeisters nun nach und holt zum Rundumschlag gegen die Spielervermittler aus. Dabei kündigt der 74-Jährige Konsequenzen an.
„Werden es uns nicht mehr gefallen lassen“
„Herbert Hainer, Max Eberl, Jan Dreesen, Karl-Heinz Rummenigge und ich sind uns einig: Wir werden dieses ganze Berater-Thema zur Diskussion stellen. Und wir werden es uns nicht mehr gefallen lassen, dass Berater allein bestimmen, wie es läuft“, stellt Hoeneß in aller Deutlichkeit klar.
Mit Blick auf den Upamecano-Deal erläutert der Bayern-Patron: „Im Fall Upamecano wollten die Berater entweder den Preis bei uns hoch- oder ihn zu einem anderen Klub treiben, und als Dankeschön sollen wir ihnen Handgeld zahlen. Das ist ein Widerspruch in sich, den wir so nicht länger hinnehmen sollten.“
„Verstärkt ‚Nein‘ sagen“
Die Forderungen der Berater sind Hoeneß ein Dorn im Auge: „Ihr Beitrag steht zunehmend in keinem Verhältnis mehr zur Honorierung, die aufgerufen und am Ende auch oft gezahlt wird. Sie verdienen viel zu viel Geld für das, was sie leisten – bei einigen geht es nicht über drei Mittagessen mit uns hinaus.“
„Wir werden verstärkt ‚Nein‘ sagen und diesen Wahnsinn nicht mitmachen“, kündigt Hoeneß für die Zukunft an, „man kann auch dem Spieler einmal sagen: ‚Wenn dein Berater weiter so unverschämt verhandelt, werden wir mit ihm nicht mehr über deine Zukunft bei uns sprechen.‘ So weit muss das gehen.“
„Dieses Wort ‚Nein‘ wird in Zukunft häufiger fallen. Da sind wir uns im Verein einig“, unterstreicht Hoeneß noch einmal, um anzudrohen: „Wir werden vielleicht auch den ein oder anderen Berater – wenn er sich unfair verhält – auf eine Liste nehmen und ihm sagen, dass wir Spieler, die er vertritt, nicht mehr verpflichten werden. Das wäre der nächste Schritt.“
Gegenbeispiel Díaz
Als positives Gegenbeispiel nennt Hoeneß die Verpflichtung von Offensivstar Luis Díaz (29), der im Sommer für rund 75 Millionen vom FC Liverpool gekommen war: „Der Berater von Luis Díaz zum Beispiel hat sehr dafür gekämpft, dass wir ihn aus Liverpool bekommen können, was sehr schwer war. Er hat für seinen Klienten alles investiert und mit Liverpool dennoch immer fair gesprochen. So einen Mann bezahlen wir gern.“
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