Bundestrainer-Job: Klopp „spürt die Verpflichtung“
Obwohl Jürgen Klopp seit seinem Eintritt in den RB-Kosmos vor allem in Deutschland nicht mehr Everybody´s Darling ist, wird der ehemalige Dortmund-Trainer immer wieder mit dem Job des Bundestrainers in Verbindung gebracht. Bisher hat Klopp immer abgewunken, doch das könnte sich ändern.
Das Image von Jürgen Klopp hat in den vergangenen Jahren eine 180-Grad-Wende hingelegt. Vom Strahlemann und Über-Trainer, der mit Borussia Dortmund begeisternden Heavy Metal-Fußball gespielt und den FC Liverpool aus dem Tal der Tränen erlöst hat hin zu einer Werbefigur für den Red Bull-Konzern – so der Vorwurf vieler Fans in Deutschland. Trotzdem hoffen einige noch, dass der 58-Jährige eines Tages doch noch Bundestrainer wird.
Mark Kosicke, der Berater des aktuellen Head of Global Soccer beim Getränkeriesen, macht in dieser Hinsicht plötzlich wieder Hoffnung. Im Interview mit ‚Transfermarkt.de‘ plaudert Kosicke aus dem Nähkästchen über die Karriere seines ersten und bis heute wichtigsten Klienten, über spannende Angebote und den Job auf der DFB-Bank.
Anfragen hören nicht auf
Eigentlich hatte Klopp in den vergangenen Monaten durchklingen lassen, dass er mit seinem neuen Management-Job sehr zufrieden sei und sich gegenwärtig eher nicht mehr im Trainerjob sieht. Gänzlich ausgeschlossen hat er eine Rückkehr in seinen alten Beruf jedoch nicht. Auch Kosicke sieht die Sache ähnlich: „Vielleicht sagt er irgendwann noch einmal, er muss wieder die Kabine riechen. Aber im Moment ist er sehr, sehr glücklich in seiner Rolle.“
An Anfragen mangele es definitiv nicht: „Vor seinem Einstieg bei Red Bull hätte Jürgen die USA oder England trainieren können. Wahrscheinlich auch Deutschland, wenn Julian Nagelsmann noch nicht dagewesen wäre. Selbst der FC Chelsea und Manchester United haben angefragt, obwohl Jürgen ganz klar gesagt hatte, dass er in England keinen anderen Verein mehr trainieren werde. Diese Anfragen hören auch nicht auf.“
Klopp könnte nachgeben
In den Klubfußball scheint es den ehemaligen BVB-Coach eher nicht zurückzuziehen: „Mit dem, was er erreicht hat, ist er superhappy. Und es ist nach wie vor total schön, als einer von wenigen Trainern in die Annalen einzugehen, die nur drei Klubs hatten und nie rausgeschmissen wurden.“
Aber einen Job gäbe es, bei dem sein Klient schwach werden könnte, so Kosicke, der betont, dass Klopp sich Deutschland „sehr verbunden [fühlt]. Im Moment stellt sich die Frage ja gar nicht. Ich glaube, er denkt nicht, dass er das einmal gemacht haben muss. Er spürt eher die Verpflichtung, dass er nicht immer Nein sagen könnte zu dem Job.“ Denn DFB-Anfragen habe es in den vergangenen Jahren „öfter“ gegeben.
Imageschaden einkalkuliert
Trotz des mittlerweile etwas angekratzten Image gilt Klopp weiterhin als Top-Kandidat, falls der Job von Julian Nagelsmann irgendwann wieder frei wird. Dies haben Berater Kosicke und sein Schützling im Vorhinein bereits einkalkuliert. Als das Angebot von Red Bull einging, haben sich beide auch bei ihren damaligen Weggefährten Rat eingeholt, so Kosicke.
So auch bei Liverpool-Eigentümer Mike Gordon von der Fenway Sports Group. Kosicke: „Er fand Red Bull super und dass das mit Jürgen total passen würde. Mike Gordon erklärte: Es gibt acht Milliarden Menschen auf der Welt, davon 80 Millionen in Deutschland – darunter 30 Millionen Fußballfanatiker mit vielleicht einer Million Fans aus Dortmund und Mainz. Von denen sind ein paar Hunderttausend richtige Hardcore-Fans und Ultras. Wie viele seien das im Verhältnis zu den 8 Milliarden? Auf jedem anderen Fleck der Welt werde Red Bull ausschließlich positiv gesehen. Deshalb sollten wir uns keinen Kopf machen. So haben Jürgen und ich das auch gesehen.“
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