De Jong-Saga: Barça droht mit Rechtsstreit

Die Vertragssituation von Frenkie de Jong setzt den FC Barcelona finanziell gesehen gehörig unter Druck. Die Katalanen lassen offenbar nichts unversucht, um sich aus der Affäre zu ziehen.

Frenkie de Jong spielt seit 2019 in Barcelona
Frenkie de Jong spielt seit 2019 in Barcelona ©Maxppp

Der Konflikt zwischen dem FC Barcelona und Frenkie de Jong scheint weiter zu eskalieren. Wie das stets gut informierte ‚The Athletic‘ berichtet, haben die Katalanen dem 25-jährigen Mittelfeldspieler mitgeteilt, den aktuell bis 2026 laufenden Vertrag auflösen und zur ursprünglich getroffenen Vereinbarung von 2019 zurückkehren zu wollen.

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Damit will Barça die 2020 getätigte Vertragsverlängerung mit dem Niederländer im Prinzip rückgängig machen. Damals versuchten die Katalanen unter Ex-Präsident Josep Bartomeu die Gehaltskosten des Kaders mit neuen Verträgen zu strecken, um die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie abzufedern. Neben de Jong wurden auch Gerard Piqué, Marc-André ter Stegen und Clement Lenglet mit neuen Arbeitspapieren ausgestattet.

Im Fall von de Jong wurde dessen Gehalt für die Spielzeiten 2020/21 und 2021/22 gekürzt. Bis 2026 stehen dem Niederländer vertraglich bis zu 90 Millionen Euro an Gehalts- und Bonuszahlungen zu. Barça kann sich das nicht mehr leisten und würde den Ballverteiler dementsprechend gerne verkaufen. Ein Angebot von Manchester United nahmen die Blaugrana vor Wochen an – de Jong stellt sich jedoch quer und bevorzugt einen Verbleib in Barcelona.

Folgt ein Strafverfahren?

Um aus der festgefahrenen Situation herauszukommen, erwägt Barça ‚The Athletic‘ zufolge nun, ein Strafverfahren zu eröffnen und hat dies dem de Jong-Lager dem Vernehmen nach bereits am 15. Juli schriftlich mitgeteilt. Demnach stellt der Klub die Rechtmäßigkeit des im Herbst 2020 unterzeichneten Vertrags in Frage. Die damaligen Bedingungen seien unter „krimineller Handlungen“ zustande gekommen.

Im Erfolgsfall würde der hochverschuldete Klub finanziell gesehen zwar das Rad zurückdrehen, doch einen garantierten Ausgang gibt es nicht. Die Spielergewerkschaft FIFPRO beobachtet die Situation genau und könnte im Namen von de Jong eine Gegenklage einleiten. Eine sportlich produktive Zusammenarbeit erscheint nach einer solchen Eskalation unmöglich – Ausgang hin oder her.

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