Schalkes Spiel mit dem Feuer | Der verpasste Wunschtransfer

Auf Schalke verläuft dieser Tage wenig in geordneten Bahnen. Auch der Deadline Day war nicht gerade von vorausschauender Planung gekennzeichnet.

Jochen Schneider wird Schalke verlassen.
Jochen Schneider wird Schalke verlassen. ©Maxppp

Ozan Kabak (20) ist für die Rückrunde offiziell Spieler des FC Liverpool, Shkodran Mustafi (28) wiederum hat bei Schalke 04 einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieben. Soweit, so gut. Beide Deals verkündeten die Knappen am späten gestrigen Abend gegen 23 Uhr nahezu zeitgleich. Hinter den Kulissen war die Wahrheit allerdings eine andere.

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Weil das deutsche Transferfenster bereits um 18 Uhr schloss, musste Schalke die Mustafi-Verpflichtung bis zu dem Zeitpunkt formell eingetütet haben. Selbst vor dem Hintergrund, dass der Weltmeister von 2014 seinen Vertrag beim FC Arsenal zuvor aufgelöst hatte. Schließlich darf man laut Statuten auch vereinslose Spieler nur bis zum Ende der Transferphase II, also bis Schließung des Wintertransferfensters, unter Vertrag nehmen.

Ein Spiel mit dem Feuer also, denn die Kabak-Leihe zu den Reds wurde erst ganze fünf Stunden später und somit nur eine Stunde vor Ende des englischen Transfermarkts offiziell gemacht. Man stelle sich nur vor, die Verhandlungen wären doch noch gescheitert oder Kabak hätte unerwartet Probleme beim Medizincheck gehabt oder aber einer von Jürgen Klopps Alternativplänen wäre aufgegangen. Die Königsblauen wären auf zwei dicken Gehältern sitzengeblieben. Von der rund 30 Millionen Euro schweren Ablöse, die im Sommer winkt, mal ganz zu schweigen.

Flügelflitzer ganz vergessen

Abseits dieser beiden Königspersonalien verpassten die Schalker im Übrigen einen Transfer, den sich Jochen Schneider ganz oben auf die Fahnen geschrieben hatte: Ein Flügelstürmer sollte noch kommen, hatte der Sportchef am Sonntag bei im ‚Sport1‘-Talk offenherzig verkündet. Verpflichtet wurde am Ende niemand.

FT-Meinung

Mustafi anstelle von Kabak ist für Schalke womöglich kein schlechter Deal. Der ehemalige Arsenal-Profi ist erfahren, bringt eine gewisse Klasse mit und scheut sich nicht davor, Verantwortung zu übernehmen. Und auch die Nicht-Verpflichtung eines Außenbahnspielers ist wohl zu verkraften, der Kader gibt ja durchaus Alternativen her. Eine gewisse Symbolkraft hat der chaotische Ablauf des Deadline Days aus Schalker Sicht dennoch.

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