Aufstellungsdilemma & Werner-Sorgen: Lampard unter Druck

Mit einer beeindruckenden Transferoffensive sorgte der FC Chelsea im Sommer für Schlagzeilen. Gut 250 Millionen Euro investierte man in Neuzugänge – der gewünschte Erfolg blieb zuletzt allerdings eher aus. Das liegt vor allem daran, dass es Trainer Frank Lampard noch nicht gelungen ist, alle Neuen perfekt zu integrieren.

Frank Lampard stand zuletzt bei den Blues an der Seitenlinie
Frank Lampard stand zuletzt bei den Blues an der Seitenlinie ©Maxppp

Rein tabellarisch gesehen fällt das Zwischenfazit nach 15 Premier League-Spieltagen für den FC Chelsea eher negativ aus. Aktuell stehen die Blues nur auf dem achten Tabellenplatz, in den vergangenen vier Ligaspielen verlor man dreimal – deutlich zu wenig für die hohen Ansprüche des Klubs aus dem Südwesten von London.

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Ultimatum für Lampard?

Nach dem Formtief zuletzt, insbesondere nach der bitteren 1:3-Niederlage im Stadtderby gegen den FC Arsenal, stellt sich auch die Frage, wie viel Geduld die Verantwortlichen noch mit Frank Lampard haben. Informationen des ‚Daily Express‘ zufolge könnte für den ehemaligen englischen Nationalspieler schon im Sommer Schluss sein, falls die Londoner die Qualifikation für die Champions League verpassen sollten.

Derzeit beträgt der Rückstand auf Tabellenplatz vier nur zwei Punkte. Grund zur Panik besteht also noch nicht wirklich, doch Lampard wird in den kommenden Wochen gefordert sein, seine Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen und die bestehenden Probleme aus der Welt zu schaffen.

Werner-Krise als Sinnbild

Eines der Gesichter der aktuellen Krise ist Timo Werner, der im Sommer mit vielen Vorschusslorbeeren von RB Leipzig gekommen war. Zwar legte der 24-jährige Angreifer bei den Blues einen vielversprechenden Start hin, doch zuletzt hagelte es Kritik. Im Spiel gegen Arsenal wurde der deutsche Nationalspieler gar bereits zur Pause ausgewechselt.

Einer der Gründe für das Werner-Formtief ist sicherlich die Tatsache, dass er unter Lampard nur selten auf seiner Lieblingsposition im Sturmzentrum zum Einsatz kommt. Stattdessen agiert Werner zumeist recht uneffektiv als linker Flügelspieler. Seine größte Stärke, die schnellen Läufe in die Tiefe, kann er auf dieser Position kaum einbringen.

Im Zentrum setzt Lampard aktuell mit Tammy Abraham und Olivier Giroud auf klassische Strafraumstürmer. Angestammte Außenbahnspieler wie Christian Pulisic oder Hakim Ziyech fielen in der laufenden Saison häufig verletzungsbedingt aus, viele Alternativen gibt es nicht. Gut möglich also, dass sich Werner auch in Zukunft mit der unliebsamen Position auf dem Flügel wird arrangieren müssen.

Taktisch und personell wenig Konstanz

Es gibt nur wenige Dinge, die Frank Lampard im Laufe der Saison noch nicht ausprobiert hat. Mal spielten gelernte offensive Mittelfeldspieler wie Mason Mount und Kai Havertz auf dem Flügel, mal agierte man mit Dreierkette. Seit geraumer Zeit lässt Lampard im 4-3-3-System spielen, das zuletzt aber auch nicht mehr die gewünschten Ergebnisse einbrachte.

Insbesondere Rekordneuzugang Kai Havertz fühlt sich in der Formation derzeit eher unwohl. Im zentralen Mittelfeld muss der 21-Jährige wesentlich mehr Defensivarbeit leisten als noch in Leverkusen, wo er einen deutlich offensiveren Part einnahm. In den vergangenen beiden Partien war Havertz dann nicht mehr erste Wahl und saß über weite Strecken auf der Bank.

Es zeigt sich also, dass Lampard es bis dato offenbar nicht versteht, seine wertvollsten Neuzugänge so einzusetzen, dass sie die bestmögliche Leistung auf den Platz bringen. Damit sich der Druck auf ihn nicht noch weiter erhöht, wird er nun schnell Lösungen finden müssen, am besten bereits am heutigen Abend im Heimspiel gegen den Tabellennachbarn Aston Villa (18:30 Uhr).

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