Bundesliga

„Gutes Beispiel“: BVB plant weitere Anselmino-Deals

Die laufende Saison fühlt sich für die Anhänger merkwürdig ambivalent an. Es könnte eine der besten Bundesligaspielzeiten der Vereinsgeschichte werden, dennoch ist die Stimmung auf einem Tiefpunkt angekommen und die Klub-Bosse wirken angezählt. Die Lösung für die Zukunft? Einfach genauso weitermachen – und auf das Beste hoffen.

von Martin Schmitz - Quelle: WAZ
3 min.
Sebastian Kehl und Lars Ricken von Borussia Dortmund @Maxppp

Bereits Anfang März ist die Saison aus Sicht von Borussia Dortmund eigentlich gelaufen. In der Bundesliga muss der zweite Tabellenplatz nur noch verwaltet werden, in den Pokalwettbewerben sind die Schwarz-Gelben bereits ausgeschieden. Kein Wunder also, dass Sportvorstand Lars Ricken bereits jetzt gegenüber der ‚WAZ‘ das große Saisonfazit zieht.

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In der Liga ist der FC Bayern nach dem direkten Duell am Wochenende (2:3) elf Punkte enteilt, trotz einer punktemäßig starken Saison ist der BVB in der Meisterschaft chancenlos. Platz zwei scheint angesichts von sechs Punkten Vorsprung bei zehn verbleibenden Partien aber immerhin relativ gesichert. Doch die Fans wollen künftig wieder mehr und die BVB-Bosse stehen daher seit Wochen in der Kritik.

Ricken räumt Fehler ein, betont, dass Sportdirektor Sebastian Kehl und er sich „sicher verbessern“ können, die grundlegende Idee aber „klar zu erkennen“ ist. „Eine ausführliche und intensive Analyse folgt nach dem letzten Spieltag“, so der ehemalige Profi. Das größte Bedauern gelte dem frühen Champions League-Aus: „Das war eine große Enttäuschung. Und wir sind nicht gegen ein europäisches Schwergewicht ausgeschieden. Da waren wir in dieser Saison einfach zu leicht.“

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BVB will den Weg fortführen

Großen Anlass zu tiefgreifender Veränderung sieht Ricken offenbar nicht. Zwar betont der 49-Jährige, dass Erfolg im Fußball „immer etwas mit Qualität, Erfahrung und auch Führung innerhalb des Teams zu tun“ habe, diese wichtigen Faktoren habe der BVB in der Bundesliga allerdings gezeigt und nur in der Champions League vermissen lassen.

Daran gelte es zu arbeiten und den eingeschlagenen Weg fortzuführen. „Das braucht strategische Planung. Das Potenzial haben wir: Diese ganz jungen Talente in unseren eigenen Reihen und mit Niko (Kovac, Anm. d. Red.) einen Trainer, dem zwar manchmal vorgeworfen wird, zu sehr auf Erfahrung zu setzen, aber diesen Weg mit absoluter Überzeugung mitgeht.“

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Der Kroate habe „bei den Transfers junger Spieler wie Jobe Bellingham oder Fabio Silva totale Übereinstimmung gezeigt. Luca Reggiani hat sein Champions-League-Debüt mit 18 Jahren im K.o.-Spiel gegen Bergamo gefeiert. Samuele Inacio wird nicht gegen Heidenheim, sondern gegen den FC Bayern reingeworfen. Da hat Niko schon gezeigt, dass er den Mut besitzt. Dazu haben wir jetzt mit Justin Lerma und Kauã Prates zwei der spannendsten Spieler aus Südamerika für den Sommer verpflichtet.“

Königsklassen-Desaster schmälert Budget nicht

Externe Transfers soll es im Sommer natürlich auch geben, nicht zuletzt in der Innenverteidigung drückt der Schuh bei den Borussen. Auch hier soll die Strategie die alte bleiben: „Borussia Dortmund stand und sollte noch immer dafür stehen, Spieler mit sportlichen und wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten zu verpflichten. Das haben wir in der Vergangenheit so gut gemacht, dass dieses Erfolgsmodell selbst die größten europäischen Vereine kopiert haben.“

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Einer der Kernmärkte soll weiter England bleiben: „Dort gibt es viele talentierte Spieler in der zweiten Reihe, die bei uns die Chance hätten, Champions League zu spielen. Aaron Anselmino war dafür ein gutes Beispiel.“ Wichtig: Trotz des frühen Aus in der Königsklasse ist der BVB wirtschaftlich handlungsfähig, so Ricken.

„Der sportliche Reputationsschaden ist deutlich größer als der finanzielle. Es ist total ärgerlich und schmerzhaft, dass wir uns dieses Jahr das Ergebnis versauen. Aber wir haben in den vergangenen Jahren so seriös und verantwortungsvoll gearbeitet, dass es nicht um die wirtschaftliche Stabilität des Vereins geht. Das Budget wird sich kaum ändern. Wir müssen deshalb nicht Spieler verkaufen.“ Dies betreffe entgegen der aktuellen Gerüchte auch Julian Ryerson.

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